Zu welchem Lerntypen gehört Dein Kind? Wie Du es beim Lernen unterstützen kannst.


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Dieser Artikel basiert auf einer Fortbildung des BIfF mit dem Titel “Lernen macht Spaß”, die ich vor einiger Zeit besuchte.

Früher ging man davon aus, dass ein Kind als weißes Blatt zur Welt kommt, das von seiner Umwelt beschrieben bzw. geformt wird.

Ein leeres Gefäß, das gefüllt werden muss.

Andere Theorien behaupteten, dass der Mensch ausschließlich Spielball seiner Gene sei. Getreu dem Motto: “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!”

Wenn Mama und Papa also nicht die Schlauesten waren, konnte vom Kind auch nicht viel erwartet werden.

Heute gehen Erziehungstheoretiker davon aus, dass die Entwicklung und das Lernen eines Kindes sowohl durch seine individuellen Voraussetzungen als auch durch seine Umwelt beeinflusst werden.

Was lernen wir daraus?

  1. Erziehungs- und Lerntheorien und die daraus resultierenden Praktiken unterliegen einem gesellschaftlichem Wandel
  2. Jeder Mensch lernt individuell und kann sein volles Potential nur unter entsprechend günstigen Bedingungen ausschöpfen.

Es bedarf also nicht nur eines gewissen Grundpotentials bzw. einer Grundintelligenz, sondern auch der richtigen Reize und Stimulationen um gut lernen zu können.

Dazu kommt, dass jeder von uns die Welt auf seine ganz eigene, individuelle Art wahrnimmt.

Dabei bevorzugt jeder von uns einen bestimmten Sinn. Sozusagen einen Hauptkanal mit dem er Informationen und Reize aufnimmt, filtert und verarbeitet.

Dieser Zugang zur Welt kann auch in Kombination zweier oder mehr Sinne geschehen. Unser Weg ist individuell, aber stetig.

Wichtig für einen guten Lernerfolg ist es, dass die Lernanreize aus unserer Umwelt zu unseren individuellen Vorlieben passen, um optimal verarbeitet werden zu können.

Die unterschiedlichen Lerntypen

Leider ist unser Schulsystem kaum auf die Wahrnehmung und das Lernen mit allen Sinnen ausgerichtet.

Folglich gibt es viele Kinder, denen der Zugang zur Bildung erschwert wird.

Die Methode des Frontalunterrichts kommt nämlich in erster Linie den visuellen und auditiven Lernern entgegen.

  1. Der visuelle Lerntyp – Diese Kinder brauchen zum Lernen eine ruhige und ordentliche Umgebung. Sie mögen Struktur beim Lernen (zum Beispiel die optische Unterteilung eines Textes in Überschriften, Absätzen etc.) und reden oft sehr schnell.
  2. Der auditive Lerntyp –  Diese Kinder lernen zwar besonders durchs Hören, sind dadurch aber nicht bessere Zuhörer. Sie reagieren schnell auf Gehörtes und überhören dadurch einiges. Außerdem machen sie soft rhythmische Geräusche (zum Beispiel mit dem Kugelschreiber oder dem Fuß).
  3. Der Kinästhetische Lerntyp –  Diese Kinder langweilen sich im Unterricht schnell, da sie gerne in Bewegung sind, Dinge selbst ausprobieren und anpacken möchten. Oft sind diese Kinder handwerklich sehr geschickt und voller Ideen zur Lösung kniffeliger Aufgaben. Ordnung halten fällt ihnen dagegen schwer.
  4. Der olfaktorische Lerntyp – lernt optimal, wenn er Gerüche mit dem Lerninhalt verbinden kann. Haben diese Kinder beim Lernen einen gewissen Geruch in ihrer Lernumgebung, so können sie Informationen am besten abrufen, wenn sie den Geruch wieder riechen.
  5. Der gustatorische Lerntyp – verknüpft Informationen gerne mit Geschmäckern.

Wenn Du weißt welchen Sinn Dein Kind beim Lernen bevorzugt, kannst Du es durch gezielte Strategien beim Lernen unterstützen.

Hier findest Du einen Test, mit dem Du bestimmen kannst welcher Lerntyp Dein Kind ist und mit welchen Strategien Du es unterstützen kannst: Lerntypentest

Die drei ersten genannten Lerntypen sind die dominantesten. Viele Kinder sind eine Mischform aus mehreren Lerntypen.

Kinder optimal beim Lernen unterstützen

Ich zum Beispiel bin eine Mischform aus visuellem und kinästhetischem Lerntyp.

Für Prüfungen lernte ich immer mit Hilfe von Karteikarten. Vorne stand eine Frage drauf, und hinten stichpunktartig die Antwort.

Nach ein, zwei Runden konnte ich genau sagen, wie viele Punkte auf der Rückseite vermerkt waren und wo was stand. Auch wenn mir der Inhalt nicht mehr einfiel, wusste ich genau welchen Punkt ich vergessen hatte.

Beim Abfragen und Beantworten der Karteikarten ging ich in der Wohnung umher oder putzte, war also immer in Bewegung.

Begriffe, die ich mir besonders schwer merken konnte, schrieb ich auf ein Blatt und klebte es an die Wohnungstür oder den Küchenschrank, damit ich es ständig vor Augen hatte.

Ich habe meine Lernstrategien unbewusst ganz automatisch an meine bevorzugten Sinne angepasst.

Dennoch kenne auch ich das Gefühl einer plötzlichen Erinnerung, wenn mir ein bestimmter Duft in die Nase steigt. Eine Assoziation mit bestimmten Situationen und Inhalten.

Eine Freundin von mir brauchte beim Lernen im Hintergrund immer leise Musik und lernte am besten in Rhythmen, zum Beispiel Gedichte.

Wenn Du also feststellst, dass Dein Kind sich beim Lernen eine leise Geräuschquelle im Hintergrund wünscht, dann lass es einfach mal zu und probiere es aus. Dein Kind ist vielleicht ein anderer Lerntyp als Du.

Du siehst also, am besten lernen wir mit unterschiedlichen Strategien. Und noch besser, wenn wir möglichst viele Sinne einbeziehen.

Denn dann ist Lernen besonders SINNvoll.

Die richtige Rechtschreibstrategie

Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme von der Regel!

Denn für das Lernen der deutschen Rechtschreibung gibt es nur ein wirklich erfolgreiches System: und das ist visuell.

Die meisten Menschen mit einer schlechten Rechtschreibung nutzen das auditive System zur Rechtschreibung.

Sie sprechen ein Wort innerlich nach und versuchen es aus dem Klang heraus zu buchstabieren.

Dabei ist das gesprochene Wort oft irreführend, denn wir sprechen oft anders, als wir schreiben.

Denn sonst würde das Wort nämlich so geschrieben: nähmlich.

Und die Endung -er klingt in der Umgangssprache oft wie ein a.

Um zu wissen, wie ein Wort geschrieben wird, müssen wir es in der richtigen Schreibweise vor unserem inneren Auge sehen. Genauso, wie wir mit der Zeit ein Wort beim Lesen nicht mehr lautieren, sondern es meist auf den ersten Blick lesen können. Weil wir genau wissen, wie es aussieht.

Ich selbst habe die Rechtschreibung als Kind mit der auditiven Schreibtechnik gelernt und hatte immer entsprechende Probleme damit. Mittlerweile wende ich bewusst die visuelle Strategie an. Die Umstellung ist schwierig, dennoch möglich.

Um Kindern die visuelle Strategie nahe zu bringen bedarf es ein wenig Zeit. Aber es gibt eine gute Übung dafür:

Schreibe die zu lernenden Worte auf große Wortkarten. Jeden Buchstaben in einer anderen Farbe.

Nun fordere Dein Kind, nachdem es die Wortkarte einige Sekunden betrachtet hat, auf, das Wort rückwärts zu buchstabieren.

Frage dann nach den Farben der einzelnen Buchstaben.

Macht Dein Kind noch zu viele Fehler, beginne mit kürzeren Worten.

Benutzt Dein Kind bereits die visuelle Strategie und macht trotzdem noch Fehler, hat es wahrscheinlich eine falsche oder mehrere Schreibweisen für das Wort abgespeichert.

In dem Fall kannst Du mit Gefühlen arbeiten, indem Du das Kind das richtig geschriebene, bunte Wort mit Freude und einem Lächeln betrachten lässt und das falsch geschriebene, schwarze Wort mit Ekel. So verknüpft es die richtige Rechtschreibung mit positiven Gefühlen was ihm helfen kann sich von der falschen Schreibweise zu lösen.

In diesen Übungen liegt der Schlüssel für einen dauerhaften Lernerfolg, wie auch bei allem anderen, was wir uns über einen längeren Zeitraum merken wollen, in der Wiederholung.

Je öfter wir ein Wort schreiben und richtig geschrieben sehen, desto besser brennt sich das Bild ein.

Doch wie oft schreiben wir im Alltag wirklich noch? Wie oft schreibst Du etwas am Tag?

Bei mir ist es bestenfalls die Einkaufsliste, die ich regelmäßig aufsetze. Das Wort M.I.L.C.H kann ich super schreiben 😉

Danach wird’s schon mau. Meistens hacken wir ja doch nur auf der Computertastatur oder dem Handy herum. Mit automatischer Rechtschreibprüfung.

Und auch unsere Kinder haben immer weniger Anreize außerhalb der Schule zu schreiben.

Lernen muss Spaß machen!

Aber auch die besten und findigsten Lernstrategien zeigen nur mäßigen Erfolg, wenn wir kein Interesse am Thema haben und das Lernen uns keinen Spaß macht.

Denn wenn wir uns für etwas begeistern können, lernen wir fast wie von selbst.

Nun frage Dich einmal, wann Du gerne etwas schreibst!

Mir sind dazu folgende Situationen eingefallen:

  • wenn ich einem lieben Menschen einen Brief schreibe
  • wenn ich einen Gruß aus dem Urlaub sende
  • wenn ich jemandem eine Einladung schicke
  • wenn ich eine Idee für eine Geschichte oder einen Blogartikel habe

Das war´s!

Dem Zicklein geht es ähnlich. Grundsätzlich schreibt sie sehr gern. Aber es muss für sie auch Sinn machen!

Schreiben, einfach nur um Worte so lange zu wiederholen, bis sie im Schlaf sitzen, ist langweiliger als dem Gras beim Wachsen zuzusehen!

Und hier setzt die Briefbox vom Duden Verlag an.

Ich schreib dir einen Brief!

Im vergangenem Jahr hat der Duden Verlag mit der Box “Ich schreib dir einen Brief – Alles für deine erste Post”* ein Paket herausgebracht, das Lernen und Spaß optimal verbindet.

Das Zicklein liebt es ihren Freunden aus der Schule einen Brief oder geheime Nachrichten zu schreiben. Auch ihre Geburtstagseinladungen möchte sie seit der ersten Klasse selber schreiben.

Das Paket “Ich schreib dir einen Brief” beinhaltet fast alles, was ein Kind zum Schreiben eines Briefes benötigt.

In der Box sind enthalten:

  • 1 Briefblock
  • 10 Briefumschläge
  • 2 x 5 Postkarten
  • 10 Einladungskarten
  • 1 Stickerbogen
  • 1 Heft “Ich schreib dir einen Brief”

Alles in einem witzigen und bunten Monsterdesign für noch mehr Spaß am Schreiben und Gestalten.

In dem Heft “Ich schreib dir einen Brief” findest Du außerdem kniffelige Rätsel, spannende Infos und kuriose Fakten rund ums Thema Post.

Mir gefallen die Seiten, auf denen die Besonderheiten beim Scheiben eines Briefes oder einer Einladung und die richtige Beschriftung eines Briefumschlags anschaulich erklärt werden, am besten.

Diese Seiten habe ich mir gleich mal als Arbeitsunterlagen für meine Klasse kopiert! Daraus mache ich im nächsten Schuljahr ein Projekt.

Empfohlen wird das Paket vom Verlag ab der 2. Klasse und das passt meiner Meinung nach sehr gut.

Insgesamt ist es ein wunderschönes Set, dass zum kreativen Schreiben anregt und viele interessante Infos bietet.

Fazit

Jedes Kind hat das Potential zu lernen, wenn es die richtigen Impulse dazu bekommt.

Wie Kinder am besten Lernen, dazu gibt es unterschiedliche Theorien.

Auch die Theorie zu den oben genannten Lerntypen wird nicht von allen Pädagogen befürwortet.

Die Analyse des Lerntypens kann aber definitiv eine Unterstützung sein, um neue Lernmethoden kennenzulernen und die passende zu finden, die das Lernen erleichtert.

Einen Versuch ist es allemal wert.

Was meinst Du?

Würdest Du Dich zu einem der genannten Lerntypen zuordnen?

Liebe Grüße

Deine Lotti

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*Das Paket “Ich schreib dir einen Brief – Alles für deine erste Post” wurde uns kostenlos vom Duden Verlag zur Verfügung gestellt

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