Der Ickabog kommt! Neues von J.K. Rowling


Anzeige/Rezensionsexemplar: Der Ickabog

„Wer hat Angst vorm Ickabog?“

„Niemand, niemand!“

„Und wenn er kommt?“

„Dann laufen wir!“

Okay, das Kinderspiel geht in Wirklichkeit ein wenig anders. 

Aber die Idee, die hinter diesem Spiel steckt, steckt auch in der märchenhaften Geschichte einer der größten Schriftstellerinnen unserer Zeit:

Die Angst vor dem Fremden, Unbekannten. Dem, was anders ist, als man selbst: Dem schwarzen Mann, oder eben dem Ickabog.

Es geht um Vorurteile, um Machtgier und darum Ängste zu schüren und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen.

Aber von vorn!

Der Ickabog – Ein Märchen mit politischen Untertönen

Wer war eigentlich zuerst da? Das Monster oder der Mythos? Wurde das Monster erst durch die Vorurteile zu einem Monster? Und kann ein Land, dem es an nichts fehlt, ins Verderben gestürzt werden, allein durch einen Mythos?

All diese Fragen werden in der Geschichte des Ickabogs mal mehr, mal weniger subtil aufgeworfen. Und die Antworten sind erschreckend! Denn hier lassen sich durchaus Parallelen zu einer vergangenen und aktuellen Lebenswirklichkeit ziehen!

Inhalt

Dem Land Schlaraffien geht es mehr als gut. Es ist bis weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Köstlichkeiten, den Menschen fehlt es an nichts und es herrscht Frieden. 

Doch es hält sich im Land auch hartnäckig die Legende vom Ickabog, der in den Nordmooren lebt und freche Kinder und unschuldige Schafe verschlingen soll. Die einen halten ihn für ein Märchen, die anderen für eine reale Bedrohung. Und zwei machthungrige und gewitzte Gesellen machen ihn sich zu Nutze.

König Fred der Furchtlose, wie er sich selber nennt, ist ein eitler und einfältiger Mann. Er macht sich stets Gedanken darum, was andere von ihm halten könnten, ohne sich ernsthaft für die Bedürfnisse seines Volkes zu interessieren. Ein Mensch mit Fehlern, aber sicher nicht von böser Natur. Und am Ende nur eine Marionette seiner beiden Berater Lord Spuckelwert und Lord Schlabberlot.

Die beiden geld- und machtgierigen Lords integrieren, wo sie nur können, um ihr behagliches Leben weiter auszubauen und die Geschicke des Königreichs in ihren Sinne zu lenken. Dabei gehen sie buchstäblich über Leichen. Vor allem über jene, die mutig genug sind sich ihre eigenen Gedanken zu machen und Entscheidungen und Gerüchte zu hinterfragen.

Das einst so strahlende Königreich droht mehr und mehr in Angst und Dunkelheit zu versinken. Am Ende sind es diejenigen, die sich trauen dem Unbekannten entgegenzutreten und hinter die Fassade von Hass und Vorurteil zu blicken, die dem Reich das Leben retten.

Unterhaltsam und gleichzeitig gesellschaftskritisch

Der Ickabog erzählt eine emotionale Geschichte, die sich genau so auch heute noch abspielen kann. 

Der Mythos des gefährlichen, fremden Monsters erinnert an viele Vorurteile, die auch heute noch in einigen Köpfen vorherrschen. Der gefährliche Fremde wird in allem gesehen, was sich vom eignen Lebensstil unterscheidet. Und es ist einfacher ihn zu hassen, als sich selbst zu hinterfragen.

Die Verbreitung der Gerüchte über das Monster sollten ebenso kritisch gesehen werden, wie die Berichterstattung in den (Sozialen) Medien und erlaubt uns nicht, unseren eigenen Menschenverstand auszuschalten.

Die Geschichte hinter der Geschichte

Entstanden ist dieses wunderbare Märchen bereits vor über 10 Jahren. J.K. Rowling hat es für ihre jüngsten Kinder als Einschlafgeschichte geschrieben, aber nie beendet.

Erst die Covid-19-Pandemie brachte sie dazu ihr Werk endlich zu vollenden. In den Monaten, in denen Millionen Kinder zuhause bleiben mussten, wollte J.K. Rowling die Welt mit ihrer Geschichte unterhalten und stellte sie kostenlos online.

Parallel dazu startete sie einen Wettbewerb und fordert die Kinder auf, ihre Geschichte zu illustrieren. So entstanden 26 Bücher in unterschiedlichen Sprachen, mit unterschiedlichen Bildern.

Und die deutsche Version, so viel kann ich sagen, ist wirklich ein Schmuckstück geworden! Allein das goldverzierte Cover lässt bereits auf ein zauberhaftes Märchen schließen. Dazu die wunderbaren Illustrationen von 34 Kindern, die alle ganz unterschiedlich, aber wirklich toll geworden sind, machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Ein neuer Harry Potter?

Einen neuen Harry Potter kann man mit dem Ickabog nicht erwarten.

Während J.K. Rowling in ihren 7 Zauberbänden eine ganze Fantasywelt entstehen ließ, ist Schlaraffien an ähnlich weltliche Gesetze gebunden, wie die wirkliche Welt. 

Doch J.K. Rowling wäre wohl nicht eine der grandiosesten Schriftstellerinnen aller Zeiten, würde sie es nicht auch mit dem Ickabog schaffen uns in eine atemberaubende und spannende Geschichte mit vielen kreativen Einfällen zu ziehen!

Anfangs tat ich mich mit dem Märchenstil etwas schwer, doch schon nach wenigen Seiten war ich gefangen in dem Netzt aus Lügen und Intrigen und unvorhergesehenen Wendungen! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein Kapitel geht noch, dachte ich ständig. Und da das 346 Seiten starke Buch in knackig kurze Kapitel gegliedert ist, ging auch immer noch ein Lesehappen.

Und schwupps! Innerhalb von zwei Tagen war ich durch. Doch die Geschichte hat mich trotzdem lange nicht losgelassen. Wegen all der Themen, die darin verarbeitet sind. Wegen der Brisanz, wegen der lebhaften Bilder, die sie in mir entstehen lies. Wegen all den Emotionen, die ich damit erlebte.

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Fazit

Für alle Fans von J.K. Rowlings Schreibstil und Fantasie ist der Ickabog ein absolutes Muss!

Darüber hinaus ist das Buch empfehlenswert für alle, die gerne Märchen lesen und sich von ihrer Blutrünstigkeit nicht abschrecken lassen. Denn das ist die Geschichte auch, weswegen ich es 8-jährigen nicht uneingeschränkt empfehlen würde. Die Komplexität der Geschichte lässt sich in diesem Alter sicher schon erfassen, aber bei zarteren Gemütern sollten die Eltern das Buch lieber vorab lesen und dann selbst entscheiden.

Aber ganz so, wie es sich für ein Märchen gehört, erwartet Dich auch hier ein Happy End!

Ein Happy End, bei dem der Angst mit Mut und Offenheit, Neugierde und Wissensdurst begegnet wird.

Denn das Fremde ist nur fremd, wenn der Fremde es nicht kennt!

(In Anlehnung an „Das Farbenspiel des Winds“ aus Pocahontas)

Und so könnte das Kinderspiel am Ende lauten:

„Wer hat jetzt noch Angst vorm Ickabog?“

„Niemand, niemand!“

„Und wenn er kommt?“

„Dann heißen wir ihn willkommen!“

Dankeschön!

Ich danke dem Carlsen Verlag herzlich für dieses wunderbare Bloggerpaket mit Buch und Malkasten. Beides gefällt mir unheimlich gut und die Mühe, die dahinter steckt, rührt mich sehr. Die Zusammenarbeit war großartig. Meine Meinung zur Geschichte wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Und ich möchte Dir danken! Danke dafür, dass  Du hier bist! Das Du mitliest und mitmachst, kommentierst und kritisierst. Dank Dir ist dieser Hobby-Blog, trotz mehrere Jobs ;), noch am Leben und das Schreiben bereitet mir weiterhin Freude. Danke, dass Du da bist!!!!!!

Liebe Grüße

Deine Lotti

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