Abenteuer Hausfloß : Ein Familienurlaub, den Du nicht vergessen wirst!


“Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, der sollte es mal mit Routine versuchen: die ist tödlich”  Paulo Coelho

Kennst Du diese Sehnsucht nach Abenteuer? Den Wunsch nach: raus aus dem Alltag? Einfach abschalten, aussteigen und etwas Neues entdecken?

Wenn ich an Abenteuerlust und Freiheit denke, dann sehe ich sofort das sommersprossige Gesicht von Pippi Langstrumpf vor mir, den lustigen Michel aus Lönneberga, wie er über den Zaun balanciert, und Tom Sayer und Huckleberry Finn auf ihrem Floß.

Kinder, die sich ohne zu zögern ins Unbekannte stürzen, die Welt entdecken und sich treiben lassen, wohin es ihnen gerade gefällt.

Was für ein Traum!

Wahrscheinlich liest Du diesen Artikel, weil Du genau das auch möchtest: Ein neues Abenteuer mit Deiner Familie erleben!

Prima! Dann begleite uns doch auf unserer Reise auf dem Hausfloß.

Bereit für ein neues Abenteuer?

Abenteuer “Familienurlaub auf dem Hausfloß”

In diesem Jahr war für uns kein großer Urlaub mit Fernreise drin. Auf ein Abenteuer und etwas Abstand zum Alltag wollten wir trotzdem nicht verzichten.

Und so entwickelten wir die Idee zu einem Kurzurlaub auf einem Hausfloß.

Drei Tage und zwei Nächte schienen uns dabei ideal für maritime Grünschnäbel wie wir es sind. Erstmal rantasten und austesten, ehe man sich nach drei Tagen auf hoher See an die Gurgel geht.

Ein passendes Floß war auch schnell gefunden.

Nicht zu massiv und sperrig sollte es sein. Zu groß war unsere Angst vor einem Zusammenprall und zu lebhaft die Vorstellung von einem sinkenden Schiff.

Ja, wir waren Schisser! Aber jedes Abenteuer beginnt mit dem ersten kleinen Schritt in eine neue Richtung.

Wir entschieden uns also für ein niedliches, kleines, hölzernes Hausfloß mit dem klangvollen Namen “Iris” 😉

1. Ankunft und Ablauf

Die “Iris” sollte also für die nächsten drei Tage unser Zuhause werden.

Auf rund 21 qm bot sie uns das Nötigste zum (Über)Leben auf dem Wasser.

Im Inneren befanden sich zwei Doppelstockbetten mit je 70 x 2000 cm großen Kaltschaummatratzen, die sich kurzerhand zu Sitzbänken umfunktionieren ließen, eine separate Kabine mit WC (mit Wasserspülung) und Waschbecken sowie eine kleine Küchenzeile mit Gaskochplatten und kleinem Kühlschrank.

Um 15:00 Uhr konnten wir unser Floß  im Heimathafen auf dem Camping- und Ferienpark am Plauer See (bei Brandenburg) beziehen.

Zunächst bekamen wir eine gründliche Einweisung in allen relevanten Bereichen der Bootsfahrt wie Steuerung, Ankern, Schifffahrtsregeln und Hygienevorschriften.

Dann gehörte die “Iris” uns!

Erste Amtshandlung: Piratenflagge hissen! Schließlich waren wir nun wilde, freie und unabhängige Abenteurer!

Zweiter Schritt: ausparken.

Hui, hier kamen wir schon ganz schön ins Schwitzen 😀

Das Steuerrad, das sich im Grunde nicht groß von einem Autosteuer unterscheidet, befindet sich auf dem vorderen Deck (quasi der Terrasse). Das hat den Vorteil, das der Fahrer nicht abgeschottet ist von den restlichen Fahrgästen und sich immer mitten im Geschehen befindet.

Nachteilig ist hier, dass er hinten nix sieht. Rückspiegel? Fehlanzeige!

Ich gab also mein Bestes, um den Märchenprinzen aus dem engen Ankerplatz zu navigieren. Für so etwas braucht es unbedingt eine tragfähige und konfliktstarke Beziehung 😉

Nachdem wir dieses erste Hindernis doch noch erfolgreich hinter uns gebracht hatten, ging es hinaus auf die offene See bzw. den reißenden Fluss, also die Havel.

Volle Fahrt voraus war allerdings noch nicht drin. Merke, so ein Hausfloß lässt sich zwar lenken wie ein Auto, allerdings wie eins dessen Übersetzung deutlich hinkt.

So ein Floß gehört eben eher zur Kategorie “gemächliche Seekuh”, als “wendiger Segelfisch”. Aber uns stand ja auch der Sinn nach Entschleunigung und Auszeit.

Nachdem wir uns erst einmal daran gewöhnt hatten, dass unser Floß ein wenig braucht, ehe es auf unsere Steuerungsversuche reagiert, und wir hier und da selbst von einem Zweierkanu überholt wurden, genossen wir das glitzernde Wasser, die warmen Sonnenstrahlen und den lauen Fahrtwind in vollen Zügen.

So ein gemütliches Dahinschippern bietet außerdem den Vorteil, dass man sehr viel mehr entdecken kann.

Bereits in den ersten Stunden entdeckten wir Möven, die direkt vor uns ins Wasser tauchten und mit einem zappelndem Fisch im Schnabel wieder auftauchten, zahlreiche Libellen in allen Farben mit glitzernden Flügeln und hier und da einen Fischreihe am Ufer oder auf einem Boot.

Dazu im Hintergrund das gleichmäßige Tuckern unseres Außenmotors.

Urlaubsmodus eingeschaltet.

Natürlich wollten wir unsere neu gewonnene Freiheit erst einmal ausgiebig genießen und möglichst viel Strecke hinter uns und unseren Alltag bringen.

Doch da wir am heißesten Tag der Woche, bei knapp 36 Grad gestartet waren, ankerten wir nach zwei Stunden Fahrt spontan ein paar Meter ab vom Fahrrinnenrand und warfen die Anker aus.

Leiter runter, Badesachen an und ab ins kühle Nass.

Das absolut Beste am Urlaub auf einem Hausfloß: Schwimmen und Abkühlen, wann und wo man will! Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bekleidet oder nicht. In einer einsamen Bucht oder mitten im Trubel an einem Badestrand.

An dieser Stelle möchte ich Dir noch einen Erfahrungstipp mit auf den Weg geben:

Die Anker, die so ein Floß halten müssen, sind sehr schwer. Solltest Du selbst nicht so kräftig sein und auch niemanden dabei haben, der den Anker für Dich wieder an Deck ziehen kann, such Dir ein Hausfloß mit Ankerkurbel. Das erleichtert die Aktion ungemein.

Für die Steuerung und den Umgang mit dem Floß bedarf es sonst keiner weiteren spezifischen Kompetenzen. Ein Bootsführerschein ist auch nicht notwendig.

Sogar die Kinder konnten das Floß ohne große Probleme und mit wenig Hilfestellung steuern.

Ein paar Regeln gilt es dennoch zu beachten:

Auf dem Wasser, wie auf dem Lande herrscht Rechtsverkehr. Damit man nicht aufgrund läuft, sollte man innerhalb der Fahrrinne (zwischen der grünen und der roten Boje) bleiben.

Ankern ist nur außerhalb der Fahrrinne erlaubt. Hier hilft ein Sonargerät, dass die Wassertiefe, die Batteriespannung und die Wassertemperatur anzeigt.

Das Fahren nach Einbruch der Dämmerung und vor Sonnenaufgang ist nicht gestattet. Geschlafen werden kann an einem Anlegeplatz (zum Beispiel im Heimathafen) oder in einer Bucht.

Wir haben uns in beiden Nächten für eine Übernachtung in einer Bucht in der Nähe der Fahrrinne entschieden.

Dabei ankerten wir stets so, dass die nächsten Nachbarn einige Meter von uns entfernt waren. So hatten wir unsere Ruhe und störten die anderen Hausfloßbewohner nicht.

2. Verpflegung auf dem Hausfloß

Gegessen wurde auf der Terrasse auf dem vorderen Deck.

Abendessen gab es bei Sonnenuntergang und Frühstück bei Sonnenaufgang.

Immer begleitet von einer Badesession davor oder danach.

Das Mittagessen für die drei Tage hatten wir bereits Zuhause vorgekocht und in dem kleinen Kühlschrank (s. Bild weiter oben) gelagert.

Es gab Chilli con Carne und Milchreis, erwärmt auf den Gaskochplatten im Floß. Das erwies sich als mega praktisch und ersparte uns aufwendige Kochaktionen und das Mitschleppen einzelner Zutaten.

Für das Frühstück haben wir uns einen Eimer Joghurt und eine Packung Haferflocken mitgenommen. Dazu gab es kleinere Snacks wie Obst, Kekse und Gemüse für Zwischendurch.

Am zweiten Tag ankerten wir auch an einer kleinen Stadt und aßen im Restaurant zu Abend.

Eine Kiste Wasser rundete unsere Verpflegung an Bord ab.

3. Freizeit

Unsere Stunden auf dem Floß verbrachten wir in erster Linie natürlich mit dem Herumschippern und Schwimmen. Wir hielten einmal auch an einer kleinen Insel und suchten gemeinsam Muscheln und andere Schätze.

Ansonsten bestand unser Unterhaltungsprogram aus Lesen, Spielen mit dem Spielzeug, dass die Kinder mit aufs Floß genommen hatten, und dem Hören von Hörspielen auf dem Laptop.

Hauptsächlich genossen wir aber einfach das Wasser und all die Eindrücke, die wir aus der neuen Perspektive erhielten.

Bei längerem Aufenthalt hätten wir sicher noch öfter irgendwo angelegt und die Umgebung und Städte erkundet. So waren wir die drei Tage über aber völlig ausgelastet.

Am dritten Tag mussten wir uns um 11:00 Uhr schon wieder von unserer “Iris” verabschieden.

Die letzte Herausforderung: Einparken im engen Ankerhaften, stellte mittlerweile kein Problem mehr da. Und so sind wir uns nun ganz sicher, dass wir uns diesem Abenteuer bald wieder stellen möchten.

Dann mit neuer Herausforderung: eine ganze Woche auf einem großen Hausfloß. Dafür dann aber mit Wohnzimmer und Dusche.

Freiheit, wir kommen wieder!

Zum Abschluss möchte ich Dir noch ein paar Fragen beantworten, die mir zum Thema Urlaub auf dem Hausfloß gestellt wurden. 

4. Antwort auf die häufigsten Fragen zum Urlaub auf dem Hausfloß

Was muss ich auf ein Hausfloß mitnehmen?

Hier einmal die Checkliste von unserem Anbieter:

Decken oder Schlafsäcke und Kopfkissen
Hand- und Badetücher
Geschirrtücher, Abwaschlappen, Spüli, Mülltüten
Trinkwasser
Verpflegung
Streichhölzer oder Feuerzeug
Taschenlampe
Fernglas
Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung
Insektenschutzmittel
Kaution in bar pro Floß
Holzkohle oder Gasgrill

Was wurde bereitgestellt?

Darum brauchten wir uns nicht zu kümmern: Geschirr, Besteck und Kochtöpfe, Rettungswesten, Toilettenpapier, Benzin, Seekarte, Besen und Kehrschaufel, Mülleimer, Handwagen zum Be- und Entladen, Entreinigung.

Welche Klamotten hattet Ihr dabei?

Da wir großes Glück mit dem Wetter hatten, trugen wir hauptsächlich Badesachen und T-Shirts.

Nur für den Landgang und am kühleren Abend trugen wir Alltagsklamotten. Eine Garnitur “schönes Wetter” und eine Garnitur “schlechtes Wetter” reichte vollkommen.

Der Stauraum auf einem Hausfloß ist eher begrenzt, daher ist hier weniger definitiv mehr. Dafür lieber ein zusätzliches Badehandtuch einpacken, falls es mit dem Trocknen ein bisschen dauert.

Mit welchen Kosten für die Übernachtung muss ich rechnen?

Da es unterschiedliche Anbieter und verschiedene Ausstattungen gibt, kann man das nicht so pauschal beantworten. Ich habe Dir hier einmal ein paar Angebote zum Vergleich rausgesucht:

Pension-Havelfloß  ; Hausfloss-PlauerseeBunbo ; Silverline-Bootsvermietung

Wie schnell fährt ein Hausfloß?

Wie Du meinem Bericht bereits entnehmen konntest, bist Du mit einem Hausfloß nicht der schnellste Fisch im Teich 🙂 Ein Boot oder Floß, das ohne Bootsführerschein gefahren werden kann, kann bis zu 12 km/h schnell werden.

Wie und wo konnte man auf die Toilette gehen?

Wir hatten eine verschließbare Toilettenkabine an Bord. Darauf befand sich ein Chemieklo mit Wasserabgang (Gießkanne :D) und ein Waschbecken mit Wassertank.

Das hört sich jetzt ziemlich spartanisch und auch ein bisschen ekelig an, aber es war wirklich überhaupt nicht schlimm und für die paar Tage völlig okay. Es gab auch kein Gestank oder andere Probleme.

Wichtig ist nur, dass auf so einer Toilette nur spezielles Toilettenpapier benutz werden darf. Dieses war ausreichend an Bord vorhanden.

Wo ward Ihr unterwegs?

Wir sind auf der Havel, in der Nähe der Stadt Brandenburg herumgeschippert.

Musstet Ihr das Floß selbst auftanken?

Nein, das Floß war passend für die drei Tage und die Kilometer, die man in dieser Zeit schaffen kann, vollgetankt. Für längere Touren bekommt man einen vollen Reservekanister.

Hattet Ihr einen Fernseher, eine Mikrowelle, Internet an Bord? Gibt es Strom?

Nein, unsere Ausstattung beschränkte sich auf einen Kühlschrank, zwei Kochplatten und eine Toilette. Mehr brauchten wir für die kurze Zeit auch nicht.

Darüber hinaus standen uns alle Sanitäranlagen und Angebote des Campingplatzes zur Verfügung. Für längere Touren empfiehlt sich aber sicherlich ein luxuriöseres Modell (s. Angebotsliste Punkt Nr. 4).

Allerdings hatten wir einen 12 Volt-Anschluss mit USB-Adapter an Board, mit der wir unsere Handy´s und den Laptop aufladen konnten. W-Lan gab es nicht.

Was habt Ihr mit dem Floß gemacht, wenn Ihr an Land gegangen seid?

Da wir mit dem Floß aufgrund des Tiefgangs nicht direkt an Land ankern konnten, haben wir spezielle Anlegestege genutzt, wenn wir in die Stadt wollten. Hier ist es wichtig zu klären, wem der Steg gehört und ob das Anlegen erlaubt ist. Wir haben einfach die anderen Hausfloßbesitzer gefragt, wo wir uns melden müssen.

Die Türen auf dem Hausfloß waren abschließbar, sodass wir unsere Sachen dort lassen konnten.

Manche Hausfloße haben zusätzlich ein Schlauchboot oder Beiboot dabei, sodass man auch damit trockenen Fußes an Land kommt.

Hattet Ihr Probleme mit Seekrankheit?

Nein. Der Wellengang auf der Havel war nicht stark. Allerdings hatten wir auch super Wetter. Lediglich die schnelleren Motorboote haben unser Floß ab und zu mal zum Schaukeln gebracht. Aber nicht schlimm. Und nachts waren die sanften Wellen zum Einschlafen sehr angenehm.

Hast Du noch Fragen? Dann stelle sie gern, wir werden sie auf jeden Fall beantworten 🙂

Liebe Grüße

Deine Lotti

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