Geburtsbericht vom Böckchen


Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich den Geburtsbericht vom Böckchen für Euch mit im Gepäck. Auf den Wochenrückblick verzichten wir heute mal, denn die Kinder und ich haben das Wochenende einfach schon gestern eingeleitet und da bleibt nicht mehr viel für einen Wochenrückblick. Dafür gibt es dann fürs Wochenende umso mehr Futter 🙂

Hier jetzt aber erstmal der Geburtsbericht vom Böckchen. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei und freue mich, wenn auch Ihr ein bisschen über Eure Erfahrungen berichtet!

Die Schwangerschaft

Genau wie die Schwangerschaft mit dem Zicklein verlief auch die Schwangerschaft mit dem Böckchen ohne große Komplikationen. Das einzige, das zwischenzeitlich etwas auffällig war, war, dass im zweiten Trisemester bei einer Doppelultraschalluntersuchung festgestellt wurde, dass eine Arterie, über die das Böckchen versorgt wurde, etwas verengt war. Nach einigen Wochen Ruhe und einer erneuten Kontrolluntersuchung war dann aber alles wieder in Ordnung, so dass es zu keinen Mangelerscheinungen und Untergewicht beim Böckchen kam. Ganz im Gegenteil. Aber dazu gleich mehr.

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Genau wie das Zicklein wollte auch das Böckchen nicht aus seiner geräumigen 1-Zimmer-Wohnung ausziehen (mein Bauch war so groß, dass ich von wildfremden Menschen für meine „Last“ bedauert wurde). Also machte ich mich zwei Tage nach dem errechneten Geburtstermin wieder einmal auf zu meiner Ärztin (diesmal in Berlin) und brachte die typischen Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall und CTG hinter mich. Diesmal lief es allerdings anders als erwartet. Mein Termin lag um die Mittagszeit herum. Eine Zeit, zu der das Böckchen für gewöhnlich in meinem Bauch schlief. So auch an diesem Tag. Er hatte nur wenig Lust sich zu bewegen, nicht mal, als die Arzthelferin am Bauch rüttelte, und das CTG fiel dementsprechend schlecht aus. Beim Ultraschall stellte die Ärztin dann noch fest, dass die Fruchtwassermenge nur noch die Mindestmenge, die noch zu vertreten war, aufwies. Für meine Ärztin stand damit fest, dass ich noch am selben Tag in die Klinik zur Geburtseinleitung müsste, um eine Totgeburt (die in diesem Fall wohl nicht unwahrscheinlich sein sollte) -das hat sie mir jedenfalls genau so gesagt- zu vermeiden. Ich war total aufgelöst. Einerseits hatte ich nun natürlich Angst um mein Baby, anderereseits fühlte sich für mich alles okay an. Mein Baby war mittags immer ruhiger und drehte dafür abends auf. Aber meine Ärztin sagte ausdrücklich, dass sie die Verantwortung nun nicht mehr übernehmen würde und ich mich von nun an in der Klinik behandeln lassen sollte! Tränenüberströmt fuhr ich die 20 Minuten bis zu mir nach Hause im Auto und dachte die ganze Zeit nur, dass ich auf garkeinen Fall wieder eine Geburtseinleitung machen lassen will. Eher hätte ich mich für einen Kaiserschnitt entschieden. Aber mich wieder stundenlang mit Wehen zu quälen, die im Endeffekt nichts bringen und dann wahrscheinlich eh mit einem Kaiserschnitt enden – nein, das wollte ich nicht!

Die Tage vor der Geburt

Nachdem wir das Zicklein am Nachmittag bei Oma und Opa untergebracht hatten, fuhren der Märchenprinz und ich dann wie uns geheißen in die Klinik. Dort warteten wir ungefähr 1,5 Stunden vor dem Kreißsaal, ehe wir zur Untersuchung gerufen wurden. Es stellte sich dann heraus, dass man uns vergessen hatte (wir hatten uns über die Sprechanlage im Kreißsaal angemeldet), da es eine Verwechslung gab. Denn an diesem Tage wurden noch 2 weitere Frauen von meiner Frauenärztin zur Geburtseinleitung geschickt und man ging davon aus, dass wir bereits bei der Einleitung seien.

Nachdem das nun geklärt war, wurde ein CTG geschrieben. Die Hebamme unterhielt sich ein bisschen mit mir und stellte mir Fragen zur Schwangerschaft. Als ich ihr erzählte, dass ich eigentlich keine Einleitung wollte, war sie total lieb und brachte mir ein Stück Traubenzucker um den Zwerg auf Trab zu bringen und ein schönes CTG zu bekommen 🙂 Hat auch wunderbar geklappt, da es aber mittlerweile schon Abend war, war das Böckchen eh sehr aktiv. Dieses gute CTG führte letztendlich auch dazu, dass die Ärztin, die anschließend das Fruchtwasser kontrollierte, uns das OK gab nach Hause zu fahren, da sie keine akute Gefährdung einschätzte. Von nun an musste ich jedoch täglich zur Untersuchung ins Krankenhaus. Immer mit dem gleichen Ergebnis. Alles soweit in Ordnung – es kann noch ein Tag abgewartet werden (Ich hatte übrigens jeden Tag eine andere Hebamme und Ärztin). Ich war so glücklich. Auch, weil mein Mamainstinkt richtig war und ich wusste, dass es meinem Baby gut geht.

Am vierten Tag hatte ich dann eine Ärztin, die mir zu einer Eipolablösung riet. Diese soll in 50% der Fälle Wehen auslösen (Sie birgt jedoch wohl auch ein paar Risiken, wie ich erst hinterher feststellte). Ich willigte ein und fuhr anschließend mit dem  Gefühl nach Hause, dass es jetzt sicher bald losgehen würde.

Die Geburt

Und so war es auch. Noch am selben Abend löste sich der Schleimpfropf und am nächsten Morgen bekam ich vereinzelte, leichte Wehen (Bis dato hatte ich übrigens überhaupt noch keine Wehen. Jedenfalls habe ich keine gespürt). Es war aber alles noch gut aus haltbar und so fuhr ich mit dem Märchenprinz und dem Zicklein noch in die Stad zum Eisessen und Bummeln. Am Abend hatte ich dann wieder eine Untersuchung im Krankenhaus. Der Muttermund war 1 cm geöffnet. Wehen hatte ich aber keine mehr. Zuhause legte ich mich erst einmal in die Badewanne, um zu gucken, ob die Wehen vielleicht wieder kämen, aber zu meiner großen Enttäuschung tat sich nichts.

Erst 2 Stunden später , so gegen 22:00 Uhr, kamen die Wehen zurück. Diesmal schon heftiger, als am Tage, und in ca. 15/20 Minuten-Abständen. Nun ging es also los. Da es meine 2 Geburt war, sagten mir die Hebammen, ich solle in die Klinik kommen, sobald die Wehen im 10-Minuten-Abstand kämen. Das dauerte aber noch eine ganze Weile. Mit jeder Stunde verkürzte sich zwar der Abstand, aber erst gegen 01:00 Uhr kamen die Wehen alle 10-12 Minuten. Während ich sie im Wohnzimmer veratmete, schliefen der Märchenprinz und das Zicklein seelenruhig im Schlafzimmer 🙂

Gegen 03:00 Uhr weckte ich dann den Märchenprinzen und wir riefen seine Eltern an, damit sie auf das Zicklein aufpassten.  Um 03:40 Uhr fuhren wir dann in die Klinik. Im Kreißsaal wurde zunächst einmal ein 30-Minuten-CTG geschrieben, während dem ich auch ganz vorbildlich im 10-Minuten-Abstand Wehen hatte. Leider zeichnete das CTG davon nicht auf. Und ich meine nichts. Nothing! Nicht mal die winzig kleinste Minierhebung war zu sehen! Das war mir unglaublich peinlich. Denn natürlich ging ich davon aus, dass ich wohl keine richtigen Wehen hätte und einfach nur unglaublich empfindlich sei. Die Hebamme beruhigte mich jedoch und bat uns 1 Stunde spazieren zu gehen. Danach würde dann noch ein CTG geschrieben werden.

Spazieren gehen! Es war Dezember – eiskalt und mitten in der Nacht! Mit spazieren gehen war da nicht so viel. Zudem bekam ich nun bei jedem 3. Schritt so starke Wehen, dass ich mich irgendwo festhalten musste. Trotzdem schafften wir es irgendwie ins Erdgeschoss des Krankenhauses und liefen dort den Flur auf und ab. Schön war das jedoch nicht. Denn erstens wurde der Flur nur sehr sparsam beleuchtet, so dass man das Gefühl hatte, in einem U-Bahnhof zu sein, zweitens wurde das Krankenhaus bei der Eiseskälte von allen möglichen Partyleuten, die gerade auf dem Heimweg warn, als wärmende Abkürzung benutzt. D.h., während ich im Gang stand und meine Wehen veratmete, liefen ständig irgendwelche Jugendgruppen und Besoffene an uns vorbei und guckten mir dabei zu. Der ein oder andere konnte sich auch einen blöden Spruch nicht verkneifen. Eigentlich hätten wir dort auch jederzeit ausgeraubt werden können, es hätte niemand mitbekommen! Mir war in diesem Moment aber eh alles egal 😉

Nachdem wir 1 Stunde durchgehalten hatten und ich keine 2 Schritte mehr gehen konnte ohne heftige Wehen zu bekommen, gingen wir zurück in den Kreißsaal und es wurde ein 2. CTG geschrieben. Diesmal durfte ich dabei aber sitzen, denn Liegen war für mich kaum zu ertragen. Und siehe da, diesmal schrieb das CTG Wehen auf. Und zwar so heftige, dass die Spitze der Wehenhügel schon gar nicht mehr zu sehen war. Nu kamen sie, auch ohne dass ich lief , alle 40-60 Sekunden und wurden immer heftiger. Wir zogen dann vom Untersuchungszimmer gleich um in den Geburtsraum und die Hebamme lies die Geburtswanne voll laufen. Das dauerte allerdings eine gefühlte Ewigkeit, denn so eine Wanne ist ja ganz schön groß, und ich konnte jetzt weder sitzen noch liegen sondern musste stehen, sonst wäre ich wahnsinnig geworden. Zwischen den Wehen ging ich immer mal wieder ein paar Schritte, wenn die Wehen kamen, krallte ich mich an der Sprossenwand fest, denn die Wucht der Wehen zog mich unwillkürlich in die Knie.

Als ich endlich in die Geburtswanne steigen konnte, fühlte ich mich viel, viel besser. Das warme Waser tat gut, ich konnte mich etwas entspannen und die Wehen machten eine kurze Pause, bis auf einmal die Presswehen einsetzten. Das ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl. Mir war schlecht, ich hatte einen wahnsinnigen Druck in mir, es war, als würde ich durch eine unsichtbare Hand gesteuert werden. Einfach gewaltig! Und ich tat in diesem Moment tatsächlich das, worüber ich mich in Filmen und anderen Sendungen, in denen eine Geburt gezeigt wurde, immer gewundert hatte. Ich schrie aus vollem Hals: „Ich kann nicht mehr!“ Vorher fand ich das immer sehr albern – nicht das Schreien, sondern die Aussage, nicht mehr zu können. Was soll man da noch machen? Egal ob die Frau noch kann oder nicht, da muss sie an diesem Punkt nun mal durch! Naja, nun sehe ich das anders 😉 Die Presswehen dauerten glücklicherweise nicht all zu lange und das Böckchen kam kurz darauf mit 54 cm und 4010 g zur Welt. Also ein richtiger kleiner Wonneproppen 🙂

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Er war viel zerknautschter als das Zicklein damals, hatte aber schon unglaublich viele Haare und von Anfang an einen riesen Appetit. Nach der Geburt wurde ich zurück ins Bett gebracht, wo ich dann noch ungefähr 1 Stunde von zwei Ärztinnen genäht wurde. Es war wirklich alles kaputt. Aber ich war unglaublich stolz, dass ich die Geburt komplett ohne irgendwelche Schmerzmittel geschafft hatte und das Böckchen tatsächlich in der Wanne zur Welt kam. Was mir enorm dabei geholfen hat, dass alles zu meistern war zum einen natürlich der Märchenprinz, der sich immer um mein Wohlergehen gekümmert und ganz viel Ruhe ausgestrahlt hat. Zum anderen die Hebamme, die sich total im Hintergrund hielt, trotzdem aber immer sofort für uns da war. Und zu guter letzt eine Art Selbsthypnose. Einige werden jetzt sicher mit dem Kopf schütteln, aber ich hatte kurz vor der Geburt von dem sogenannten „hypnobirthing“ gehört, in der sich die Frauen während der Geburt in eine Art Trance versetzten. Und was soll ich sagen? Schon allein diesen Artikel zu lesen und es auszuprobieren hat mir unglaublich dabei geholfen den Wehenschmerz zu ertragen. Wenn also in Eurer Nähe ein solcher Vorbereitungskurs angeboten wird, würde ich ihn Euch in jedem Fall empfehlen!

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(Das Böckchen, 1 Tag alt)

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(Das Böckchen, ca. 2 Wochen alt)

So Ihr Lieben, dass war´s auch schon mit dem Geburtsbericht vom Böckchen. Die Kinder sitzen mir im Nacken und wollen jetzt endlich Schwimmen fahren. Demnächst werde ich Euch  auch mal von meine Stillerfahrungen berichten, aber bis dahin wünsche ich Euch erstmal ein tolles Wochenende und wenn Ihr noch Fragen zu diesem Bericht oder dem Geburtsbericht vom Zicklein habt, immer her damit 🙂

Liebe Grüße

Eure Lotti

 

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