Mein Baby ist tot! Ein Wendepunkt!


Dies wird wohl ein sehr emotionaler Post werden, denn ich sitze jetzt schon hier und weine und zittere! Ich weine um mein Baby, das von mir gehen musste, bevor ich es kennenlerne durfte. Ich weine darum, dass ich nie erfahren werde, ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Ich weine darum, dass ich es nie begraben durfte und deswegen auch nicht besuchen kann! Ich weine darum, dass es immer noch Menschen gibt, die eine frühe Fehlgeburt für unwichtig oder nicht so schlimm halten und den Frauen das Gefühl geben, sie würden mit ihren Gefühlen übertreiben oder sie würden sich nur wichtig nehmen wollen!

Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich dieses Ereignis in meinem Leben wirklich als Beitrag zur Blogparade „Wendepunkte“ von Tanja und ihrem tollen Blog HerzBauchWerk nehmen sollte. Denn das hier ist ein Familienblog, in dem es um das Leben mit Familie geht. Hier lesen vl. auch Schwangere mit, denen ich auf gar keinen Fall Angst machen möchte und die vl. besser nicht mehr weiter lesen sollten! Aber dann dachte ich mir, warum sollte ich nicht? Ich sollte gerade, denn der Tod gehört nun mal zum Leben dazu und unser Baby IST ein Teil unserer Familie, denn ich werde es immer im Herzen tragen!

Ein Baby ist nicht erst ein Baby, wenn es geboren wurde!

Das Thema Fehlgeburt ist für viele Menschen noch ein Tabuthema. Es ist eben auch etwas sehr persönliches und die Frauen, die so etwas erleben mussten, fühlen sich nicht selten als Versagerinnen, die ihre Kinder nicht beschützen konnten. Ihnen nicht das bieten konnten, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchten. Ich fühle mich schuldig! Es gibt 1000 Gründe, die mir einfallen, warum ich daran Schuld bin, dass mein Baby tot ist.  Ich möchte mit diesem Artikel nicht nur all die Menschen, die der Meinung sind ein Ungeborenes von 8, 10, 12 Wochen sei noch kein Baby und der Verlust kein Drama, aufklären. Ich möchte andere Mütter vor solchen Sätzen bewahren wie: „Sei doch froh, dass es so früh abgegangen ist, so lange es noch kein richtiges Kind war oder bevor Du ein behindertes Kind bekommen hättest!“ Niemand würde so etwas zu einer Mutter sagen, die gerade ihr neugeborenes Baby verloren hat! Und den Menschen, die meinen, dass könne man nicht vergleichen, möchte ich sagen, man wird nicht erst durch eine Geburt zur Mama!!! Man ist eine Mama von dem Augenblick an, an dem man ein anderes Wesen mehr liebt als sein eigenes Leben! Mehr, als man je zuvor jemanden geliebt hat. Das ist eine Mama! Und ich bin die Mama von meinem toten Baby!

Der ernsthafte Wunsch nach einem Baby kam bei mir und dem Märchenprinzen das erste Mal kurz nach unserer Hochzeit auf. Wir wussten immer, dass wir min. ein Kind haben wollten, aber so richtig dazu bereit fühlten wir uns erst zu dieser Zeit. Der Wunsch war plötzlich da und überwältigte mich regelrecht. In dem Moment, in dem mir klar wurde, dass ich ein Baby möchte, wollte ich es sofort und konnte an nichts anderes mehr denken! Eigentlich hätte ich meine Bachelor-Arbeit vorbereiten müssen, statt dessen durchblätterte ich stundenlang Schwangerschaftsratgeber und Zeitschriften und träumte davon schwanger zu werden. Und es klappte gleich im ersten Monat! Und ich wusste es bereits lange vor dem Schwangerschaftstest. Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern nicht mehr alleine unterwegs zu sein, sondern meinen Körper mit jemandem zu teilen. Der Schwangerschaftstest ein paar Tage später hat mir nur bestätigt, was ich schon wusste.  Und ich war so glücklich! Wir waren glücklich! Ich habe mir sofort ein kleines Buch gekauft und angefangen ein Tagebuch für mein Baby zu schreiben.

Montag, den 23.11.2009

„Vor 2 Tagen haben wir erfahren, dass Du nun zu unserer Familie gehörst. Gespürt haben wir es schon vorher, doch seit wir es genau wissen, muss ich fast ununterbrochen an Dich denken! Wir haben Dich so sehnlich erwartet und freuen uns wahnsinnig, dass Du nun bei uns bist!“

Mittwoch, 16.12.2009

„Mein Baby, gestern waren wir beide zum ersten Mal zusammen beim Arzt und ich habe Dich das erste Mal gesehen. Ich konnte Deinen Herzschlag sehen und bereits die Stellen, an denen Deine Arme und Beine wachsen. Ich war unheimlich aufgeregt und habe bei Deinem Anblick am ganzen Körper gezittert. Die Ärztin hat Deinen Geburtstermin auf den 26. Juli 2010 geschätzt“.

Der Tag an dem mein Baby starb

An dem Tag, an dem mein Baby starb, waren wir im Urlaub bei meinen Schwiegereltern. Es war der 31.12.2009, Mitte der 11. Schwangerschaftswoche. Ich fühlte mich den ganzen Tag schon kränklich und lag nur auf der Couch. Als ich am späten Nachmittag auf die Toilette ging, kam das erste Blut. Ich bin sofort zusammengebrochen! Ich wusste, das etwas mit meinem Baby nicht stimmte! Im Krankenhaus wollte die Ärztin mich erst mal beruhigen. Wir mussten lange auf die Untersuchung warten, ich musste vorher zig Fragen beantworten und die ganze Zeit musste ich mich zusammenreißen, dabei wollte ich nur mein Baby sehen, wissen, dass es ihm gut geht. Hören, dass mich mein Gefühl täuschte! Die Ärztin machte einen Ultraschall und guckte bestimmt 5 Minuten lang ohne irgendeine Miene zu verziehen auf den Bildschirm. Dann kamen die Sätze: „Tut mir Leid, aber Ihr Baby hat sich nicht weiterentwickelt. Die Chancen stehen eher schlecht, dass sie diese Schwangerschaft weiter führen können. Wenn Sie möchten, können Sie über Nacht hier bleiben, aber etwas dagegen machen können wir eh nicht!“ Da waren Sie, die Sätze, die keine Mama hören will. Ihr Baby wird sterben! Sie haben versagt, ihr Baby konnte sich bei Ihnen nicht gut entwickeln. Diese Schwangerschaft geht nun zu Ende, bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal! Ich wäre am liebsten sofort einfach auf dem Krankenhausboden zusammengebrochen!

Aber wir fuhren wieder zurück. Denn ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben! Wir bekamen noch Besuch von Freunden, die mit uns Sylvester feiern wollten. Und ich versuchte mich abzulenken. Immer, in der kurzen Zeit, in der ich nicht aufs Klo musste und wieder einen Schwall Blut von mir gab. Lange habe ich nicht durchgehalten und um kurz nach 00:00 Uhr sind wir zu Bett gegangen. Ich lag ca. 1/2 Std.im Bett, dann bekam ich Wehen! Heftige, schmerzhafte Wehen im 5-Minuten-Abstand.

Wir fuhren zurück ins Krankenhaus. Dort sagte man uns dann, dass die Gynäkologin erst um 06:00 Uhr wieder Ihren Dienst antrete. Wir mussten warten. Wir bekamen ein Untersuchungszimmer mit Liege in der Notaufnahme zugewiesen, denn stehen und sitzen konnte ich nicht mehr. Es kam einfach so viel Blut. Die Zeit bis die Ärztin kommen sollte, zog sich ewig hin. Im Nachbarraum schrie die ganze Zeit über eine junge, drogensüchtige Frau und randalierte. Ich lag daneben, weinte still, betete und bettelte, dass mein Baby doch noch bei mir bleiben möge.

Als ich aufstehen musste, weil ich auf die Toilette wollte, platzte die Fruchtblase. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte mir in die Hosen gemacht. Es war viel mehr Fruchtwasser, all ich erwartet hätte. Eigentlich habe ich gar nicht mit all dem gerechnet! Wenn ich vorher davon gehört hatte, dass jemand eine Fehlgeburt erlitt, hatte ich nie darüber nachgedacht, dass es sich dabei tatsächlich um eine Geburt handelt!

Ich habe mein Baby dann auf dem Krankenhausklo bekommen. Allein! Auf einem Klo, dass der Märchenprinz kurz zuvor noch eigenständig hatte sauber machen müssen, weil dort von andern Patienten überall noch Blut, Urin und Dreck verteilt waren. Ich saß allein in der Toilettenkabine auf dem Flur, hörte die Frau aus dem Nebenraum schreien und fluchen, hektisches Personal auf und ab rennen und spürte wie mein Baby meinen Körper verließ!

Anschließend schloss ich die Augen, verabschiedete mich von meinem Kind und spülte es in die Kanalisation! Ich war nun eine Mutter ohne Baby!

Kurz darauf kam die Ärztin. Sie machte noch einen Ultraschall, obwohl ich Ihr sagte, dass wir den nicht mehr brauchten. Eine Stunde später wurde ich auf eine Krankenhausliege verfrachtet, mir wurde gesagt, dass nun eine Ausschabung vorgenommen werden müsste, um auch die letzten Reste meiner Schwangerschaft zu entfernen, ich musste irgendwelche Papiere unterschreiben und wurde in den OP-Saal geschoben.

Als ich wieder aufwachte, brachten mich eine Schwester und die Ärztin auf mein Zimmer. Ich habe nicht gehört, was sie zu mir sagten, Ich habe nur geweint. Das einzige, dass ich dann noch hörte war, wie die Schwester die Ärztin beim Rausgehen fragte: „Warum weint die denn die ganze Zeit?“ Ich weine um mein Baby, gute Frau. Um das Baby, das ich vom ersten Moment an geliebt habe! Ich weine um das Baby, von dem ich nie wissen werde, ob es ein Junge oder Mädchen war. Von dem ich nie wissen werde, ob es nach mir oder dem Märchenprinzen gekommen wäre. Ich weine darum, dass ich es nicht begraben konnte , sondern im Klo runterspülen musste! Ich weine darum, dass es Menschen gibt, die das nicht verstehen können und mir das Gefühl geben, ich müsste mich meiner Gefühle schämen, ich wäre schwach, weil ich einen Zellklumpen mit Herzschlag betrauer. Ich weine darum, dass es so viele Menschen gibt, die das Leben erst respektieren und wertschätzen, wenn ein Kind geboren wurde oder zumindest länger als 12 Wochen im Körper seiner Mutter verblieben ist.

Und ich weine darum, dass ich erst eine solche Erfahrung machen musste, bis ich begriff, dass man nicht mit der Geburt zu einer Mutter wird, sondern in dem Moment, in dem ein Leben in einem heranwächst!

Mein Wendepunkt

Bevor ich das erste Mal schwanger wurde, war ich absolute Befürworterin von Abtreibungen. Denn jede Frau sollte selbst über Ihren Körper bestimmen können! Heute ist mir klar: sobald eine Frau schwanger ist, ist es nicht mehr allein ihr Körper! Und ein Baby ist bis zur 12. Woche auch nicht einfach nur ein Zellhaufen. Mein Baby hatte bereits in der 8. Woche hat eine Kopf, ein Herz, Arme und Beine! Es war eindeutig ein kleiner Mensch. Es war ein Lebewesen, dass beschützt werden sollte! Ich möchte hier nicht alle Abtreibungen über einen Kamm scheren und alle Mütter, die sich dafür entscheiden, verurteilen. Jede dieser Entscheidungen hat einen Grund. Nicht immer ist dieser für alle nachvollziehbar, aber es gibt ihn. Immer! Was mich ärgert ist, dass es erwachsene Menschen gibt, die sich darum keinen Kopf machen und einfach nur ihren Spaß wollen, ohne an die Konsequenzen zu denken! Heutzutage ist jeder spätestens mit 12 Jahren darüber aufgeklärt, wie man einer Schwangerschaft vorbeugen kann. Wie man verhüten kann! Verhütungsmittel sind für jeden frei zugänglich. Wer sich die Pille nicht leisten kann, der kriegt dafür Zuschüsse. Niemand muss heute noch ungewollt schwanger werden. Jedenfalls in 98% der Fälle nicht! Wer das ignoriert, der spielt mit einem Leben. Mit einem echten Leben! Mit dem Leben seines Babys!

Ich sehe die Themen Schwangerschaft und Fehlgeburt heute mit anderen Augen. Der Tod meines Baby´s begleitet mich seit diesem Tag und hat mein Leben verändert. Heute wäre mein Kind 6 Jahre alt und ich muss immer noch weinen, wenn ich daran denke! Der Schmerz wird nie verschwinden, auch wenn die Zeit einen Teil der Wunden heilt.

Dieses Erlebnis hat sich auch auf meine beiden Schwangerschaften mit dem Zicklein und dem Böckchen ausgewirkt, in denen die Angst um meine ungeborenen Baby´s mein ständiger Begleiter war. Es hat sich auch auf die Geburt und mein Verhältnis zum Zicklein ausgewirkt.  Denn ich habe das Zicklein ebenfalls vom ersten Moment der Schwangerschaft an geliebt, aber sie war auch immer das Baby, das nur lebt, weil mein anderes Baby sterben musste. Ich hoffe Ihr versteht mich nicht falsch. Ich würde das Zicklein im Leben nicht wieder hergeben. Ich liebe sie abgöttisch. Aber ich frage mich auch manchmal, wie wohl das Leben mit ihrem Bruder oder ihrer Schwester geworden wäre. In diesem Leben hätte das Zicklein aber nicht existiert. Und das gibt mir manchmal das Gefühl, als dürfte ich eigentlich nicht um mein Baby trauern.

Der Tod meines Baby´s war ein Wendepunkt, der sich bis heute auf so viele Bereiche meines Lebens auswirkt. Und deshalb war er auch einer der wichtigsten bisher. Und deswegen habe ich mich dafür entschieden ihn heute niederzuschreiben und andere darüber aufzuklären, was eine Fehlgeburt mit einer Mama macht und das sie das Recht darauf hat, um ihr totes Baby zu trauern!

Enden möchte ich hier mit einem Zitat, das mir aus der Seele spricht. Gefunden habe ich es auf der Facebook-Seite von Melanie und ihrem Sternenprinzblog. Liebe Melanie, trauere um Dein Kind und lasse Dich dafür nicht verurteilen! Es ist DEIN Schmerz!

Bewusst wahrnehmen, dass mein Kind nicht da ist.
Bewusst wahrnehmen, dass mein Kind wirklich nicht mehr kommt .
Bewusst wahrnehmen, dass ich mein Kind niemals aufwachsen sehe.
Bewusst wahrnehmen, dass ein lebenlang mein Kind fehlt.
Ja, es tut verdammt weh. Es schmerzt.
Jede einzelne Körperzelle schmerzt.
Bewusst wahrnehmen, dass mein Engel für immer in meinem Herzen ist und nicht in meinen Armen, tut verdammt weh!
Ich verarbeite jetzt bewusst, was passiert ist!
Ich werde mir bewusst die Zeit dafür nehmen!
Mein Kind hat es verdient, dass ich bewusst um ihn trauer!
Mir ist es glasklar bewusst egal, was andere nicht Verständnisvolle dazu sagen!
Mein Kind, mein Schmerz, meine Sehnsucht, meine Trauer!
Ich bin Sternenmama!
☆Verfasserin: Melanie Hey☆

Baby tot

 

Einen weiteren tollen und sehr persönlichen Artikel zum Thema WendePunkt findet Ihr auch bei der lieben Kathi von  Mein geliebtes Kind Motzibacke. Schaut doch auch mal bei Ihr vorbei!

Liebe Grüße

Eure Lotti

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

19 comments on “Mein Baby ist tot! Ein Wendepunkt!

  1. Ein toller Post – Daanke, dass du darüber schreibst und deiner Trauer Raum und dem Tod Platz gibst!
    Ich habe auch 3 Kinder verloren – über mein letztes Sternchen schreibe ich hier: https://mamasprosse.at/2016/05/04/sternchens-geburtstag/
    Alles Liebe Lisa

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Lisa,

      vielen Dank für Deine Worte! Ich habe auch Deinen Artikel gelesen und dort kommentiert. Daher hier nur kurz: Ich bewundere Deine Lebenseinstellung und Deine Kraft!

      Dir und Deiner Familie auch alles Liebe
      Lotti

  2. Hey on said:

    Hallo. Du hast wundervoll geschrieben. Mit viel Liebe, Herz,aber auch Sehnsucht und Schmerz. Danke für diesen Eintrag und vielen Dank, dass Du mein Zitat mit reingenommen hast♡ Alles Liebe Melanie mit Niklas fest im Herzen ❤

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Melanie,

      vielen Dank! Auch Deine Worte haben mir aus dem Herzen gesprochen und ich habe festgestellt, dass viele Mamas, die einen solchen Schmerz erleben müssen, ähnliche Worte dafür finden. Das beeindruckt mich sehr und gibt mir das Gefühl verstanden zu werden! Das tut gut.

      Ich wünsche auch Dir alles Liebe und ganz viel Kraft <3
      Lotti

  3. Berlinbaby3 on said:

    Toller Post , traurig und ehrlich

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Berlinbaby3,

      vielen Dank! Dieser Post hat mir ein Stück weit geholfen, das Erlebte zu verarbeiten und deswegen ist er mir auch sehr wichtig <3

      Liebe Grüße
      Lotti

  4. Liebe Lotti
    Vielen lieben Dank für deine Teilnahme an meiner BlogParade. Vielen Dank für deinen sehr persönlichen, emotionalen und ehrlichen Text. Auch ich hatte denselben WendePunkt, zwei mal. Und ich weiss, dass es ein grosses Tabuthema ist. Es ist wichtig, dass wir darüber sprechen. Danke für deinen Mut! Auch ich muss heute noch ab und an an die Kinder denken, die ich wieder ziehen lassen musste. Sie waren beide zwei einschneidende WendePunkte. Heute verstehe ich, weshalb ihr BauPlan nicht gepasst hat und sie das Projekt Baby abgebrochen hatten. Damals war es einfach nur furchtbar. Und auch heute frage ich mich manchmal, weshalb gerade mir das passieren musste. Aber es hat mich zu der Mama gemacht, die ich heute bin. Vieles wäre anders ohne diese Erfahrungen.
    Alles liebe
    Tanja

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Tanja,

      danke für Deine Worte <3 Ich bin froh, dass Du meinen Blogbeitrag akzeptierst und sehr traurig darüber, dass Du diesen Schicksalsschlag schon 2x erleben musstest! Mir hat es ein Stück weit geholfen, das Erlebte hier aufzuschreiben, einen richtigen Weg, das alles zu verarbeiten, habe ich leider noch nicht gefunden. Aber Deine Worte machen mir Mut und geben mir Kraft nach vorne zu sehen!

      Dafür danke ich Dir sehr!

      Alles Liebe für Dich
      Lotti

  5. Hallo liebe Lotti,

    es tut mir so schrecklich leid! Wir haben in diesem Frühjahr auch unser Küstensternchen gehen lassen müssen, und ich vermisse es jeden Tag. Du hast völlig recht, man ist von Anfang an eine Mama und wird es immer bleiben <3

    Ganz liebe Grüße und eine Umarmung
    Deine Küstenmami

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Küstenmami,

      ich weiß, wie sehr auch Du unter dem Erlebten leidest! Es tut mir leid, dass auch Du Dein Baby gehen lassen musstest und es so schwer ist. Auch ich drücke Dich und wünsche Dir ganz viel Kraft!

      Alles Liebe
      Lotti

  6. Dankeaberichmachdasanders on said:

    Das hast du wunderschön geschrieben Lotti! Danke für deine Offenheit und deine Ehrlichkeit!

  7. Pingback:Drei Wendepunkte auf dem Weg zum Baby | gemeinsam wachsen (und) lernen

  8. Du hast mein Mitgefühl! Ich habe 5 Schwangerschaften gehabt und 3 Kinder sind davon auf der Welt. Meine erste Fehlgeburt war in der 6-ten Woche und furchtbar, da ich auch alleine auf dem Klo war. Noch schlimmer, keine Ausschabung, das sei nicht nötig. Ich blutete viele Tage, es war furchtbar und eben nicht zu vergleichen mit einer Periode, wie mir so schön von dem Arzt vorher versichert wurde. Meine zweite Fehlgeburt hatte ich in der 12 Woche. Ich richtete meinen beiden Kindern gerade das Frühstück als es losging und ging schmier in gebückter Haltung Pausenbrote für den Kindergarten und die Schule. Später bestand ich auf eine Ausschabung, ich muss sagen, dann konnte ich es „etwas besser bzw. eher abschließen“. Ich habe 3 wunderbare Kinder und durch die Fehlgeburten und der sehr sehr komplizierten Geburt des dritten Kindes wo ich fast verblutete sind sie alles andere als selbstverständlich für mich. Ich schreibe über mein Leben – mein Glaube, meine Werte, meine Leidenschaften und vieles mehr auf meinem Blog, mein Sommerzimmer. Schau doch mal vorbei, lieben Gruß Sandra

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Sandra,

      es tut mir Leid, dass Du diese traumatische Erfahrung gleich 2x machen musstest! Du hast Recht, unsre Kinder sind alles andere, als selbstverständlich und es ist ein wahnsinniges Glück ein gesundes Kind zur Welt zu bringen! Mir ist das seit dem Tod meines Babys auch noch einmal sehr bewusst geworden.

      Danke für Deinen Link.
      Ich wünsche Dir und Deinen drei Kindern alles, alles Liebe!

  9. Silke on said:

    Liebe Lotti, es tut mir so wahnsinnig leid, dass du so etwas mitmachen musstest. ;( Ich saß mit Tränen in den Augen hier und habe deinen Beitrag dazu gelesen. Du hast alles Recht der Welt, um deinen Stern zu trauern. Auch noch nach 6 Jahren und auch nach der Geburt eines so wundervollen Zickleins!

    Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich so etwas nie durchmachen musste. Ich kann mir also nicht vorstellen, wie es dir damals ging, habe aber dennoch ehrliches Mitgefühl.

    Was hätte dich denn damals „aufgebaut“? Was hättest du dir von Freunden und Bekannten gewünscht? Und welche Reaktionen wünschtest du, wären ausgeblieben, weil sie dich vielleicht sogar noch trauriger machten – falls das überhaupt möglich war.
    Ich frage nur, weil mir einfach die Worte fehlen. Ich weine auch aktuell mit der Mama, die ihr Baby gehen lassen musste – aber es hilft ihr natürlich nicht. Sie sieht es auch nicht. Was vielleicht auch gut ist. Aber wie können wir in solchen Momenten helfen? Wir, die so etwas nie erlebt haben?

    Ich drück dich!! Ich bewundere dich für deine Stärke und deine Gabe, diese schmerzliche Situation in so wundervolle Worte verpacken zu können…

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Silke,

      das sind wirklich wunderbare und tröstende Worte! Vielen Dank <3 Ich denke, es ist schwierig bis unmöglich jemanden in einer solchen Situation zu trösten. Aber was mir immer geholfen hat war, wenn ich darüber reden konnte, ohne das die Leute verstummten. Klar, man weiß nicht, was man in einer solchen Situation sagen soll, will nichts falsch machen oder wird eben selbst traurig darüber. Aber wenn mir jemand das Gefühl gab, ich könnte mit ihm darüber reden, ohne, dass er sich schlecht dabei fühlt (denn dann wollte ich denjenigen lieber verschonen und schützen) und wirklich interessiert daran ist zu hören, wie es mir dabei ging, hat mir das unheimlich geholfen. Derjenige musste nicht mal viel sagen. Ein einfaches: "Wie geht's Dir heute damit? Möchtest Du mir davon erzählen?" hat mir persönlich total gereicht, um meinen Kummer los zu werden. Verletzt hat mich immer, wenn jemand versuchte das Thema zu wechseln. Auch wenn er es nur tat, um mich abzulenken.

      Am meisten tröstete mich meine Tante, die mir einen langen und sehr schönen Brief schrieb, in dem sie mir von einer Studie (oder Theorie?) erzählte, wonach wir alle aus 1.000.000en von Partikeln bestehen, uns nach unserem Tod in eben diese auflösen und uns wiederum mit anderen zu etwas neuem zusammenschließen. So entstehen aus uns 1.000.000en neuer Dinge,Tiere und Menschen. Das gab mir die Sicherheit, dass mein Baby nie wirklich von mir ging und mich weiterhin in einer anderen Form umgibt 🙂

      Ich finde es wunderbar, dass Du mir diese Frage gestellt hast, um einer anderen Mama beistehen zu können! Du bist so ein lieber Mensch und ich wünsche Dir und der Mama ganz viel Kraft für diese Situation <3

      Liebe Grüße
      Lotti

  10. Pingback:Jahresrückblick 2016 - Die schönsten Blogmomente - Zicklein & Böckchen

  11. Antje on said:

    Liebe Lotti,

    vielen, vielen Dank für deinen Bericht! Ich habe mich so sehr wedererkannt darin!
    Auch wir hatten gleich im ersten Zyklus Glück, auch ich musste mein erstes Kind gehen lassen. In 10.SSW, allerdings nicht so dramatisch wie du. Bei meinem Stern waren „nur“ keine Herztöne mehr da, und dann hatte ich am Folgetag eine Ausschabung.
    Und auch unseren Großen würde es heute nicht geben, wenn das Sternchen nicht gegangen wäre. Ich liebe ihn heiß und innig, ohne Frage, doch manchmal stellt sich der Gedanke ein, wie wohl sein Geschwisterchen zu uns gepasst hätte…
    Alles was bleibt ist ein Ultraschallbild, ein T-Shirt, das wir aus dem Urlaub in dem ich positiv getestet habe mitgebracht haben und ein Loch im Herzen.

    Wir hatten damals die 12 Wochen abwarten wollen, bis wir es offiziell machen. Es wusste also niemand, und ich wusste auch nicht, wie ich es hinterher offiziell machen sollte. Mittlerweile spreche ich offen darüber, auch damit diejenigen im Freundeskreis, die wohlmöglich auch durch diese Hölle müssen, wissen, dass ich bereit bin darüber zu sprechen, zu trösten,…
    Ich finde es toll, dass du so offen hier im Netz über deine Gefühle und deinen Wendepunkt sprichst! Ganz sicher gibt es viele (zu viele!) verzweifelte Mamas da draußen, denen du mit deinen Worten aus der Seele sprichst, und die jetzt wissen, dass sie eben nicht allein sind. Auch wenn man sich so einsam fühlt wie sont nie in seinem Leben.

    DANKE!!!