Häusliche Gewalt gegen Männer, Frauen & Kinder – und wo es Hilfe gibt


Gastartikel

Vor fast 2 Jahren berichtete ich hier von Maria, einer jungen Mutter, die jahrelang unter den Gewalttaten ihres Mannes litt, bis sie schließlich für sich und ihre kleine Tochter eine Entscheidung traf!

Was sie alles erlebt hat, und wie es ihr gelang sich ein neues Leben aufzubauen, kannst Du hier noch einmal nachlesen:

Häusliche Gewalt – Wenn der Traum zum Albtraum wird! Eine Mutter berichtet!

Marias Geschichte ist nur eine von vielen. Und genau wie ihr damals ist es vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie unter Häuslicher Gewalt leiden.

Sie bagatellisieren die Taten ihres Partners, sehen die Probleme bei sich und verdrängen traumatisierende Erlebnisse.

Der VFR Verlag für Rechtsjournalismus GmbH hat es sich daher zur Aufgabe gemacht aufzuklären und wach zu rütteln. Aber auch Hilfe und Unterstützung anzubieten.

In diesem Gastartikel des Verlages findest Du eine Definition und Formen von Häuslicher Gewalt sowie Folgen und Unterstützungsmöglichkeiten:

Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt ist leider nichts Ungewöhnliches. Auch wenn sie oft nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, gibt es diese Form der Gewalt in allen Bildungs- und Einkommensschichten, in allen Altersgruppen, Nationalitäten, Kulturen und Religionen.

Häusliche Gewalt ist daher seit einiger Zeit Bestandteil öffentlicher Diskussionen. Trotzdem ist vielen zunächst nicht klar, was mit diesem Begriff gemeint ist und gemeint sein kann.

Was ist häusliche Gewalt?

Mit Gewalt ist in diesem Zusammenhang nicht allein physische Gewalt gemeint, sondern auch eine ganze Reihe psychischer Angriffe. Dazu können zählen:

● Jähzorn und Beschädigung des Eigentums des Partners
● Ständige Kontrolle bspw. der Ausgaben
● Gewaltandrohung gegen den Partner selbst, seinen Freunden, Verwandten oder Haustieren
● Ständige Beleidigungen und Demütigungen

Der Ort der Gewaltausübung ist nicht unbedingt relevant, um die Definition zu erfüllen, auch wenn es sich dabei oft um das eigene Heim handelt. Wichtig ist hier nur, dass die Personen zusammenleben und eine gewisse Beziehung zueinander haben.

Das Spezielle an häuslicher Gewalt ist, dass es nicht aus einer besonderen Situation entsteht, sondern vielmehr heranwächst.

Typisch ist ein bestimmtes Muster: Zunächst beruhigt sich die Situation und der Täter zeigt Reue, später wird jedoch erneut Gewalt eingesetzt. Nicht selten werden die zeitlichen Abstände zwischen solchen Ruhephasen und Ausbrüchen kürzer, die Ausbrüche selbst schwerer.

Wie wird häusliche Gewalt bestraft?

Wie bereits erwähnt ist häusliche Gewalt kein eigener Straftatbestand. Dennoch sind solche Gewaltausübungen gesetzlich mit Strafe bedroht.

Diese beinhaltet entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe.

In Bezug auf häusliche Gewalt können alle Tatbestände Auslöser für eine derartige Strafe sein, die ein polizeiliches Tätigwerden von Amts wegen auslösen.

Das bedeutet, dass es dafür keinen Antrag braucht. Diese sogenannten Offizialdelikte müssen von Amts wegen – ungeachtet des Willens der Opfer – behördlich verfolgt werden.

Wo finden Opfer häuslicher Gewalt Hilfe?

In den meisten Fällen häuslicher Gewalt sind Frauen das Opfer.

Neben der Polizei als erste Anlaufstelle können diese sich bspw. an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Qualifizierte Beraterinnen bieten u. a. bei Bedarf eine Vermittlung an ein örtliches Unterstützungsangebot.

Auch Kinder – selbst wenn sie nicht geschlagen werden – sind oft die Leidtragenden. Werden sie Zeuge häuslicher Gewalt oder müssen sie es am eignen Leib erfahren, fällt es ihnen oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen.

Hilfe gibt es bspw. bei der Fachberatung in Jugendämtern oder durch Angebote von Traumazentren für Kinder und Jugendliche.

Ein in der Öffentlichkeit selten angesprochenes Thema ist, dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt werden können. Diese suchen sich zudem meist viel später Hilfe, da sie Angst haben, nicht ernst genommen zu werden.

Dennoch steigen sowohl das Bewusstsein darüber sowie das Angebot spezieller Beratungsstellen. Bspw. gibt es bei der Stuttgarter Sozialberatung das Projekt „Gewaltschutz für Männer“, in Hannover das Männerbüro.

Mehr zum Thema lesen Sie unter:

koerperverletzung.com

Hast Du noch Fragen oder Anregungen zum Thema?

Vielleicht möchtest auch Du Deine Geschichte erzählen, um Betroffenen zu helfen? Dann schreibe mir: zickleinundboeckchen@web.de

Liebe Grüße

Deine Lotti

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