Mädchen oder Junge? Ein gut gelüftetes Geheimnis ;)


„Ich bin schwanger!“

Ein Satz, auf den in der Regel erst einmal herzliche Glückwünsche folgen. Danach gibt es für die meisten Gratulanten aber vor allem 2 wichtige Fragen zu klären:

Was wird es?

Wie soll es heißen?

Während der Name in vielen Familien ein gut behütetes Geheimnis ist und erst nach der Geburt bekannt gegeben wird, erfolgt die Antwort auf die erste Frage meist ziemlich problemlos. Denn welches Geschlecht das Baby im Bauch hat, bleibt oft nicht lange verborgen.

Welche Gründe dafür sprechen, und warum sich manche Eltern die Überraschung im Kreißsaal nicht nehmen lassen, darüber habe ich mit einer Bekannten gesprochen.

Mädchen oder Junge – wolltest Du es wissen? Welche Gründe hattest Du für Deine Entscheidung?

Dafür:

Lotti, 2 Kinder

Ich gestehe, ich gehöre zu den neugierigen Müttern, die sich in beiden Schwangerschaften das Geschlecht des Baby´s haben vorher sagen lassen.

Wobei das bei dem Zicklein gar nicht so einfach war, und wir erst gegen Ende der Schwangerschaft „sicher“ erfuhren, dass sie ein Mädchen ist. Bis zum ersten Ultraschalltermin war ich noch davon überzeugt, dass sie ein Junge wird. Warum? Ich hatte einfach so ein Jungs-Gefühl. Vielleicht, weil ich insgeheim immer eher die Familie mit dem großen Bruder (oder 2 großen Brüdern) und der kleinen Schwester vor Augen hatte.

Als wir dann zum ersten Mal erfuhren, dass sie wahrscheinlich ein Mädchen wird, war ich zwar überrascht, aber keineswegs enttäuscht. Ich war eher erleichtert, dass ich es nun wusste. Nicht, weil ich endlich losziehen und lauter süße rosa Strampler kaufen konnte (wir hatten eh schon einen beachtlichen Vorrat an wunderschönen neutralen Babysachen  auf dem Flohmarkt erstanden und auch der Kinderwagen und die Zimmereinrichtung standen bereits fest), sondern weil sich dadurch irgendwie alles noch realer und wunderbarer anfühlte. Da war auf einmal meine Tochter!

Sicher, wir hätten im Kreißsaal natürlich genauso empfunden, aber so hatten wir schon ein süßes Geschenk „auspacken“ können. Und die nächsten Geschenke waren dann die Geburt und unser Baby zum ersten Mal im Arm zu halten.

Zu wissen, welches Geschlecht unser Baby hat, half mir auch mich ein Stück weit auf das Leben zu dritt vorzubereiten.

Beim Böckchen war das dann ganz anders! Das war reine Neugierde. Bei ihm hatte ich von Anfang an weder ein Jungs- noch ein Mädchengefühl. Vielleicht weil ich bei dem Zicklein so daneben lag?! Und eigentlich war das Geschlecht auch ganz egal. Aber 9 Monate darauf warten, bis ich es ganz genau wusste? Das konnte ich trotzdem nicht.

Zum Ultraschalltermin bin ich alleine gegangen, und ich wollte dem Märchenprinz danach einfach am Telefon sagen können: „Herzlichen Glückwunsch Papa, Du bekommst eine/en …!“ Der Gedanke, dass ich diejenige bin, die ihm die frohe Botschaft übermittelt, war einfach schön. Zuerst dachte ich auch über die Möglichkeit nach, es ihm durch „die Blume“ bzw. die farblich passenden Babyschuhe zu sagen, aber ich konnte mich auch da nicht zurückhalten und platze mit der Neuigkeit sofort raus.

Ich habe es nie bereut, das Geschlecht schon in der Schwangerschaft erfahren zu haben, und ich habe es meinen Mitmenschen immer gerne verraten. Genau wie die Namen! Und ich fand es immer sehr schön, wenn sich andere zusammen mit mir daran erfreuten..

Vielleicht würde ich mir bei einem dritten Kind das Geschlecht nicht vorher sagen lassen, da mich die Argumente von Maya (s.u.) ebenfalls überzeugen. Aber ich gehöre selbst zu den Menschen, die Schwangeren gerne diese Fragen stellen. Für mich wird die Schwangerschaft dann noch greifbarer und ich bin doch einfach auch so furchtbar neugierig 🙂

P.s: Übrigens habe ich in beiden Schwangerschaften zum Spaß vorher schon mit dem chinesischen Empfängniskalender orakelt. Und bei beiden Kindern hat das Geschlecht tatsächlich gestimmt!

Dagegen:

Maya, 1 Kind

Das ich einmal Mutter sein möchte, wusste ich schon im Teenielater. Was für eine Mutter? Völlig egal! Ich konnte schon immer gut Zöpfe flechten und Kleckerburgen bauen. Ob ich einen Jungen oder ein Mädchen bekomme, war mir nie wichtig. Daher stand für mich auch von Anfang an fest, dass ich das Geschlecht meines Kindes nicht vor der Geburt wissen will.

Mein Freund dagegen tat sich mit dieser Entscheidung anfangs ganz schön schwer. Ich glaube, da ging es ihm wie Lotti. Die Schwangerschaft wäre so vielleicht für ihn realer geworden, denn in den ersten Monaten veränderte ich mich kaum.  Jedenfalls sagte er das! Außerdem hatte er sich schon immer eine Tochter gewünscht und wollte sich frühzeitig darauf einstellen, ob sein Wunsch erfüllt wird oder nicht.

Aber ich habe mich durchgesetzt und im Nachhinein können wir beide sagen, dass es eine gute Entscheidung war. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber irgendwie hatten wir dadurch eine ganz magische Beziehung zu unserem Kind.  Weil wir es nicht als Junge oder Mädchen gesehen haben, sondern einfach als unser Baby.

Das merkte auch mein Freund, als er den ersten kräftigen Tritt durch die Bauchdecke bekam! Da sagte er scherzhaft: „Wenn das mal kein strammer Bursche ist! Ganz der Papa!“ Ich glaube, in diesem Moment hat er sich das erste Mal richtig damit auseinandergesetzt, dass unser Kind auch ein Junge sein könnte. Und von da an ging er mit unserem ungeborenen Baby auch irgendwie freier um. Auf einmal hat er in unserem Kind vielmehr einen Charakter als ein Geschlecht gesehen. Einerseits die kräftigen Tritte, anderseits das sanfte Wesen, wenn er ihm etwas vorsang. Und dieses Umdenken, das hatte allein unser Kind bewirkt und nicht die Technik.

Und was wäre gewesen, wenn der Arzt ihm gesagt hätte, dass sich sein Traum von einer Tochter erfüllt und dann wäre es vielleicht doch ein Junge geworden? Was hätte er dann davon gehabt, sich vorher darauf einzustellen?

Ich bin heilfroh, dass es die Möglichkeiten einer guten (technischen) Vorsorge gibt. Aber manchmal nimmt einem diese Möglichkeit auch die Fantasie, das Bauchgefühl und die Überraschung. Diese ganzen Ultraschalle und CTG´s machen einen manchmal nur verrückt!

In der 33. Schwangerschaftswoche zum Beispiel schrieb das CTG erste Wehentätigkeiten auf, die ich überhaupt nicht wahrnahm. Und meine Ärztin war ganz besorgt und machte mich damit auch ganz unruhig. Im Endeffekt war aber alles in Ordnung und die ganze Aufregung völlig umsonst. Die Technik ist eben auch nicht zu 100% zuverlässig. Da war ich froh wenigstens den Teil mit der Geschlechtsidentifizierung ausklammern zu dürfen und mich in meinem Denken und meiner Beziehung zu meinem ungeborenem Baby nicht festlegen lassen zu müssen.

Und bei einem 2. Kind würde ich es wieder ganz genauso machen!

Vor- und Nachteile einer pränatalen Geschlechtsbestimmung

Diese Vor- und Nachteile einer frühzeitigen Geschlechtserkennung haben wir für uns gefunden:

Vorteile:

  1. Ganz klar, die Befriedung der eigenen Neugierde – ist ja auch spannend!
  2. die frühe Identifizierung als Mädchen- oder Jungsmama/papa
  3. die Suche nach nur einem Namen
  4. sein Kind schon in der Schwangerschaft mit Namen anreden zu können (das schafft auch noch einmal eine andere Bindung)
  5. entsprechende Kleidung, Möbel etc. besorgen zu können, wenn man mag

Nachteile:

  1. man muss sich ganz auf die Technik verlassen, der Arzt könnte sich irren
  2. ggf. beeinträchtigt ein „ungewünschtes“ Geschlecht die Unbeschwertheit der Schwangerschaft (-> einen sehr emotionalen Erfahrungsbericht dazu könnt Ihr auch bei Löckchenzauber lesen: „Die Erwartung eines Mädchens, welches ein Junge wurde!“)
  3. Geschlechtszuschreibungen können gedankliche Stereotypen (z.B. starker Junge, blondes Mädchen) fördern, denen das Baby vl. nicht entspricht
  4. ein Vorteil des Nichtwissens: neutrale Babykleidung passt auch zum Geschwisterchen
  5. es ist von der Natur nicht vorgesehen

Es gibt einige Gründe, die dafür oder dagegen sprechen können, das Geschlecht seines Baby´s schon vor der Geburt zu kennen. Eigentlich ist es doch auch schön, sich in einer Zeit, in der wir alles planen und steuern können, auch mal überraschen zu lassen. Wäre da nur nicht diese verflixte Neugierde 😉

Wie war das bei Euch? Was sprach für Euch dafür oder dagegen das Geschlecht vor der Entbindung zu erfahren? Und habt Ihr vielleicht sogar trotz Vorhersage im Kreißsaal noch eine Überraschung erlebt?

Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen!

Liebe Grüße

Lotti

 

 

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10 comments on “Mädchen oder Junge? Ein gut gelüftetes Geheimnis ;)

  1. Für meinen Mann und mich war immer klar, dass wir wissen wollen, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. In beiden Schwangerschaften hat unsere Frauenärztin gesagt, dass es ein Mädchen wird und hatte damit immer Recht. Ich bin viel zu neugierig, um 9 Monate zu warten 😉

  2. Doreen on said:

    Liebe Lotti,

    wir wollten bei beiden Kindern unbedingt das Geschlecht wissen, denn die Namensgebung ist meiner Meinung nach schon schwer genug. Wenn das Geschlecht bekannt ist, fallen ja schon mal 50% der in Frage kommenden Namen weg und es ist immer noch schwer genug.

    Außerdem, ist es mit neutraler Kleidung so eine Sache. Wir mussten trotz eindeutiger Farbwahl den Spatzierbekanntschaften (in Form von älteren Damen)jedes Mal die Frage beantworten: „Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ 🙁
    Wenn man dann erst einmal nur neutrale Sachen hat, sind es ja nicht mehr nur die älteren Damen die fragen. 😉

    Viele liebe Grüße
    Doreen

    • 😂 Ich glaube, da kannst Du machen was Du willst, liebe Doreen, diese Fragen werden immer kommen. Und nachdem ich selbst schon zweimal daneben lag,weil die Klamotten für mich eindeutig nach ‚Junge‘ oder ‚Mädchen‘ aussahen, und mir das irgendwie furchtbar peinlich war, gehe ich im Zweifelsfall jetzt auch immer auf Nummer sicher. Ich versuche es allerdings geschickt über den Namen herauszubekommen, wenn sich die Gelegenheit bietet 😉
      LG Lotti

  3. Püppi on said:

    Wie haben 2 Jungs und 1 Mädchen.
    Bei den jungs hab ich es mir sagen lassen und war bei dem 2. Jungen erstmal bisschen enttäuscht das es Eun junge war.und hinterher hätte ich ihm gegenüber sooo ein schlechtes Gewissen..
    Als ich ungeplant mit dem 3. Kind schwanger war (Ich hab es erst in der 24.Ssw erfahren) wollte ich es nicht wissen.ich wollte einfach mein Baby lieben und nicht das Geschlecht.
    Ich musste zum 4D Ultrasschall da ich unter Pille schwanger geworden bin und mein Arzt wollte sicher gehen.
    Tja was soll ich sagen der Arzt setzte den ultraschall kopf auf und das erste was zu sehen war war ihr Geschlecht!
    Selbst ich als leihe habe es sofort erkannt das es ein Mädchen ist.
    Die Freude war natürlich riesig!
    Jetzt bin ich froh das alles so gekommen ist wie es gekommen ist.
    Meine kleine hat 2 grosse Brüder die sie beschützen können.und ich bin stolz auf meine Jungs.😍

    • Liebe Püppi,

      Eure Familienkonstellation War immer meine persönliche Traumfamilie! 😄 Und nun kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen, als so, wie es jetzt ist. Im Endeffekt siegt doch einfach nur die Liebe zu unseren Kindern. Und daher kann ich es auch sehr gut nachempfinden, dass Du (und auch Maya) das Geschlecht nicht wissen wolltet. Das hat eben auch große Vorteile.

      Dir und Deinen 3 Kiddis alles, alles Liebe!

      Lotti

  4. Silke on said:

    Ich finde es immer schön, wenn sich Paare überraschen lassen. Ich war allerdings tatsächlich zu neugierig. Dazu dauert die Schwangerschaft einfach zu lange, ein paar Wochen könnte ich meine Neugierde wahrscheinlich zügeln, aber nicht ein paar Monate. 😀 Und wie du es sagst, Lotti, es wird dadurch irgendwie realer. Man hat ja doch ein Gefühl und meins war falsch. 😀 Als ich dann wusste, dass wir noch einen zweiten Jungen bekommen, stellte ich mir plötzlich vor, wie die beiden gemeinsam Fußball spielen und sich gegenseitig beschützen. Bei einem Mädchen hätte ich ganz andere Tagträume gehabt. Durch diese Tagträume aber konnte ich mich bereits vorher auf unser Familienleben einstellen, ich brauch da eh immer eine Weile.

    Die Namen allerdings haben wir niemandem verraten, wir kennen schließlich unsere Familien und wollten uns nichts ausreden lassen. Zumal wir beim zweiten eh erst nach der Geburt entschieden haben, wie er heißt. Als die Wehen losgingen, hatten wir noch einmal alle potenziellen Namen auf Zettel geschrieben und Lose gezogen, weil wir uns nicht entscheiden konnten. 😀 Doch als der Kleine da war, stand auf einmal fest, welches sein Name war …

    Wie war das eigentlich bei dir mit den Namen?

    • 😀
      Ach, liebe Silke, was für eine süße Geschichte! Ich stelle mir gerade vor, wie Ihr Euren Kleinen im Arm haltet, ihn anseht und er Euch quasi sagt, wie er heißt <3

      Bei uns war das mit den Namen nicht ganz so romantisch. Für das Zicklein hatte ich einen Namen, der zu dieser Zeit gerade sehr beliebt war. Also suchte ich nach Alternativen, die mit dem gewünschten Namen abgekürzt werden konnten. Durch Zufall bin ich dann auf diesen einen, sehr seltenen Namen gestoßen, und habe mich sofort in ihn verliebt. Und der "ursprüngliche" Name ist die Koseform davon.

      Beim Böckchen war es sehr einfach. Ich lernte während meiner Ausbildung zur Erzieherin einen kleinen Jungen mit diesem Namen kennen und lieben. Daher hatte ich immer eine positive Assoziation dazu und er war der einzige Jungenname auf meiner Liste, der auch dem Märchenprinz sehr gut gefiel.

      Hätten wir dagegen zwei Mädchen oder zwei Jungen bekommen, währe uns die Wahl der Namen wohl nicht so leicht gefallen. Dafür gehen unsere Geschmäcker viel zu weit auseinander 😀

      Liebe Grüße
      Lotti

  5. Jenny on said:

    Huhu,wir haben’s uns bei beiden Kindern sagen lassen…einfach aus Neugierde und weil es für uns schön war zu wissen auf welchen Namen wir uns festlegen können. Bei unserer ersten Tochter haben wir auch den Namen direkt allen verraten und die Omas,Opas und Freunde konnten ihren Senf dazu geben.Bei der Zweiten wussten es dann nur mein Mann und ich und haben alle anderen dann überrascht🌝Das fand ich tatsächlich noch schöner.

    • Hi liebe Jenny!

      Stimmt, wenn man den Namen vorher verrät, besteht natürlich immer das Risiko, dass die Leute Kommentare dazu ablassen. Ich allerdings war in beide Namen von Anfang an so verliebt, dass ich sie einfach allen erzählen musste. Und es hat mich auch nie gestört, wenn die Leute sie vielleicht nicht so schön fanden, da ich mir bei den Namen so sicher war!

      Aber die Familie und Freunde damit zu überraschen ist auch total schön! Ich hätte das aber bestimmt nicht durchgehalten 😀

      Liebe Grüße an Euch vier <3
      Lotti