Eltern sein – Paar bleiben. 10 Tipps, die wirklich ALLE Eltern umsetzten können!


Eine gelingende und dauerhafte Beziehung zu führen ist schwer!

Jede Beziehung kommt einmal an den Punkt, an dem sich der Alltag einschleicht. Die rosarote Brille verliert ihre Zauberkraft und zurück bleibt das, was schon immer da war: zwei unterschiedlichen Menschen mit ihren Stärken und Schwächen!

Das zu akzeptieren fällt nicht immer leicht, dazu kommen Stress und Probleme des Alltags, die die Beziehung zusätzlich belasten. Wird dann aus dem Paar auch noch eine Familie, steht die Beziehung meist völlig Kopf und die Herausforderungen des Alltags nehmen ganz neue Dimensionen an.

Die Gesellschaft und die Medien leben uns vor, dass ein Kind die Krönung einer jeden Beziehung ist! Wer dann nicht glücklich ist, macht irgendetwas falsch!

Aber Fakt ist auch, dass ein Kind sehr viel Zeit und Liebe in Anspruch nimmt, die dafür in der Partnerschaft verloren geht. Über kurz oder lang braucht es da einen Weg, um eine Balance zu finden, damit die Beziehung zwischen den Eltern nicht  auf der Strecke bleibt.

Leider ist es für viele Eltern nicht immer so leicht, Zeit für sich alleine zu finden, um die Partnerschaft wieder zu pflegen. Nicht alle haben Oma und Opa um die Ecke, die aushelfen können, oder möchten einen fremdem Babysitter auf ihre kleinen Kinder aufpassen lassen.

Gemeinsame Paarzeit ist sicherlich wichtig. Viel wichtiger ist meines Erachtens aber, der Liebe auch im Alltag wieder mehr Platz einzuräumen und sich gegenseitig zu zeigen, wie wichtig man sich ist.

Denn, sind wir mal ehrlich, selbst mit Oma und Opa in der Hinterhand, verbringen die meisten Eltern nicht mehr als einen Abend im Monat richtig zusammen. Auf Dauer kann aber auch das viel zu wenig sein!

10 Tipps, um als Eltern ein Paar zu bleiben!

Tipps, wie man die Liebe frisch hält und als Eltern ein paar bleibt, gibt es viele. Aber diese 10 Tipps sind unkompliziert und lassen sich selbst im hektischen Familienalltag ohne viel Zeit und zusätzlichen Aufwand umsetzten! Und das ist es doch, was Eltern eigentlich am meisten fehlt!

Ankommen lassen!

Mama saß den ganzen Tag Zuhause mit dem kleinen, zahnenden Wutzwerg und Papa kommt gestresst von der Arbeit?! Eine super Grundlage für Zoff und Frustration auf beiden Seiten!

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mit dem schreienden Zicklein Zuhause gesessen habe und nur darauf wartete, dass der Märchenprinz endlich nach Hause kommt und ich mal 15 Minuten Zeit für mich zum Duschen oder sonst etwas habe. Daran, dass auch er an diesem Tag noch keine Minute für sich alleine hatte, habe ich überhaupt nicht gedacht.

Nachdem ich selbst wieder arbeiten ging, wurde mir auch erst einmal wieder bewusst, wie schwer es sein kann von jetzt auf gleich umzuswitchen und nicht mehr die Arbeitnehmerin, sondern gleich wieder die Mama zu sein. Oft war ich morgens noch in Gedanken bei meinem Kind und nachmittags grübelte ich weiter über die Arbeit nach.

Sich gegenseitig eine Ankommenszeit zu gönnen kann viel Stress und Spannung aus der Beziehung nehmen und gibt die Möglichkeit, die Akkus wieder etwas aufzuladen. Selbst wenn es nur 10-15 Minuten sind. Davon profitiert dann wiederum auch der Partner!

Raus aus der Routine – kleine Überraschungen

Dieses Jahr am 14.02.17 konnte ich wieder einmal beobachten wie viele Paare sich beinahe überschlugen, um sich gegenseitig eine Freude zu machen. Andere wiederum waren enttäuscht, weil sie an diesem Tag gerne überrascht worden wären.

Sich gegenseitig zu beschenken und seine Liebe zu feiern finde ich toll! Das ganze auf nur einen Tag im Jahr zu begrenzen finde ich zu wenig und schürt oft überzogene Erwartungen.

Wir alle freuen uns doch schon über kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag, die zeigen, dass jemand an uns gedacht hat. Das können die Lieblingspralinen sein, die uns an einem stinknormalen Dienstag vom Einkaufen mitgebracht werden. Das kann ein wohltuendes Bad sein, während der andere sich um das Essen kümmert oder das Bild, das mit viel Liebe vom Partner und den Kindern zusammen gemalt wurde. Es gibt viele Möglichkeiten sich als Eltern und Paar im Alltag gegenseitig zu beschenken. Auch ganz spontan und von Herzen.

Liebkosungen/Flirten im Alltag!

Zärtlichkeiten und körperliche Nähe schaffen Geborgenheit und emotionale Nähe. Körperliche Zuneigung ist für uns lebenswichtig und das gleiche gilt auch für eine gut funktionierende Beziehung. Wer nicht mehr zärtlich zueinander ist, der wird über kurz oder lang auch emotional distanzierter werden.

Damit will ich nicht sagen, dass eine Beziehung nur mit Sex funktionieren kann, aber sich einander auch körperlich nahe zu fühlen ist eben ein wesentlicher Bestandteil einer Liebesbeziehung. Das bezieht sich auch auf so banale Dinge, wie den Partner in den Arm zu nehmen, wenn er traurig ist. Ihm über den Kopf zu streichen. Ihn anzulächeln.

Das alles sind Momente der Zuneigung, die oft nur wenige Sekunden benötigen, dafür aber eine enorme Wirkung haben (vorausgesetzt natürlich, man hat sich nicht schon soweit voneinander distanziert, dass einem die körperliche Nähe des anderen unangenehm ist!).

Also, warum nicht einfach mal wieder beim Essen miteinander Füßeln  oder beim Fernsehen auf der Couch Händchenhalten?! Sich einfach in den Arm nehmen, wenn man gestresst von der Arbeit kommt oder sich für 2 Minuten zum Knutschen vor den Kindern hinter der Küchentür verstecken 😉

Schmetterlinge wiederbeleben!

Die Schmetterlinge im Bauch sind schon lange verflogen und wollen einfach nicht mehr wiederkommen?

Das die Schmetterlinge sich irgendwann verabschieden und nicht mehr jeden Tag zu spüren sind ist ja normal. Wenn sie aber so gar nicht mehr wiederkommen wollen, dann fehlt etwas.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie es war den Märchenprinz kennengelernt zu haben. Wie nervös und aufgeregt ich vor unseren Treffen immer war. Wie toll ich ihn fand! Groß, muskulös, volle Lippen … Ab und an versetzte ich mich wieder in mein 17-jähriges, frisch verliebtes Teenie-Ich und spüre sofort wieder das Herzklopfen.

Wenn ich dann den Märchenprinzen betrachte, überträgt sich diese Stimmung automatisch auf das Hier und Jetzt und schon sind sie wieder da: die Schmetterlinge!

Genauso schön ist es, völlig unerwartete eine Liebeserklärung zu erhalten. Sei es auf der Arbeit per SMS, Zuhause auf dem Badezimmerspiegel oder als Zettel auf dem Nachtisch. Es reicht oft schon ein völlig unerwartetes „Ich liebe Dich!“ an einer solchen Stelle, um die tägliche Routine zu durchbrechen und den Schmetterlingen wieder eine Chance zu geben.

1 Abend in der Woche ohne Fernseher und Handy!

Sicher ist es für viele Eltern nicht einfach sich jeden Monat oder gar jede Woche einen Abend nur zu zweit frei zu nehmen, um als Paar wieder Zeit miteinander zu verbringen. Doch wie verbringt man als Eltern seine Abende, wenn die Kinder im Bett sind? Ist nicht genau diese Zeit endlich die Zeit, in der man wieder ein bisschen Paar sein kann?

Natürlich gibt es da noch die Liste mit 100 zu erledigenden Dingen und man wollte hier noch schnell was im Internet nachgucken und dort mal eben die Nachrichten sehen. Aber mindestens 1 Abend pro Woche sollte wirklich nur dem Paar gehören und elektrische Medien daraus konsequent verbannt werden!

So kann man die Zeit zu zweit viel bewusster genießen. Und Alternativen zum Handy oder Fernsehen gibt es viele.

Gemeinsam ein Buch oder eine Zeitschrift lesen, puzzeln, kochen, backen, malen, Musik hören, gemeinsame Pläne und Ziele schmieden … und sich einfach nur über den Tag unterhalten.

Abendritual

Mit Kindern werden sie oft selbstverständlich: die Abendrituale. Zähneputzen, Geschichte vorlesen, Kuscheln. Das schafft Geborgenheit.

In der Partnerschaft sind Rituale ebenfalls wichtig, auch wenn sie hier vielleicht nicht so starr eingehalten werden müssen. Doch bestimmte Rituale, die allein den Partnern gehören, schaffen ein besonderes Gefühl der Gemeinsamkeit und des Wir-Empfindens.

Warum also nicht auch für die Partnerschaft ein Abendritual, wenigstens für einen Abend in der Woche, einführen? Lasst den Tag mit ein paar Minuten ausklingen, in denen Ihr Euch darüber austauscht, was an diesem Tag/ in dieser Woche besonders war.

Welche schönen Momente habt Ihr gemeinsam erlebt? Wann habt Ihr die gemeinsame Familienzeit besonders genossen? Hattet Ihr ein besonderes Erfolgserlebnis auf der Arbeit?

Teilt positive Erinnerungen aus dem Alltag miteinander und bestimmt wird er Euch danach wieder weniger grau und eintönig erscheinen.

Einfach mal „Danke“ sagen!

Klingt ganz banal, kommt im Alltag aber oft zu kurz! Sich ganz bewusst zu machen, was der Partner für einen tut, welche Aufgaben er in der Familie oder Alltag übernimmt, ohne im Umkehrschluss nach dem zu suchen, was er alles noch übernehmen könnte!

Das der Einkauf gemacht werden muss, damit es Zuhause etwas zu essen gibt, ist selbstverständlich. Trotzdem tut es gut, wenn man auch dafür eine Anerkennung bekommt. Ein einfaches „Danke, dass Du den Einkauf übernommen hast!“, kann da schon Wunder wirken.

Miteinander reden und richtig streiten!

Streit gehört zu jeder Beziehung dazu und lässt sich in der Regel nicht vermeiden. Gestritten wird dabei aber natürlich sehr unterschiedlich. Bei den einen fliegen täglich die Fetzten, während die anderen ihre Wut oder Enttäuschung regelmäßig runterschlucken und erwarten, dass der Partner sieht, wie sie sich fühlen und sein Verhalten von selbst ändert.

Wir alle sind unterschiedliche Konflikttypen und gehen anders mit Streitigkeiten um. Dennoch neigen wir in einer Partnerschaft oft dazu Dinge zu pauschalisieren und direkt mit unserem Partner in Verbindung zu bringen.

Ein Beispiel: „Wieso bringst Du eigentlich NIE den Müll raus? IMMMER muss Ich das übernehmen!“

Natürlich kann es sein, dass der Partner während der Beziehung tatsächlich noch nie den Müll raus gebracht hat. Aber selbst dann, ist das in erster Linie unser Problem und nicht das des Partners. WIR haben das Problem damit, dass er das nicht tut und WIR wollen, dass sich etwas an der Situation verändert.

Dementsprechend sollten wir unsere Wünsche und Bedürfnisse auch klar mit dem Partner kommunizieren: „Ich wünsche mir, den Müll in dieser Woche nicht runter bringen zu müssen, damit ich Zeit für … habe.“ oder „Ich habe das Gefühl, als wäre es selbstverständlich, dass ich mich um den Müll kümmere.“

Durch den Bezug auf die eigenen Wünsche und Gefühle und die Vermeidung der Termini „immer“ und „niemals“ greifen wir den Partner nicht direkt in seiner Persönlichkeit an, sondern beziehen uns auf die Situation. So muss unser Partner nicht in eine Verteidigungshaltung gehen, was vielen Unstimmigkeiten eine Menge Zündstoff nehmen kann.

Gemeinsame Hobbies

Sicher ist es im Familienalltag nicht immer leicht etwas zu finden, was beide Partner zusammen tun können, ohne die Kinder an einen Babysitter abgeben zu müssen. Aber irgendein Interesse hat jeder von uns! Und irgendwie verbringt man ja auch die Zeit am Abend ohne die Kinder.

Wenn es nichts gibt, was ihr abends beide gerne gemeinsam machen möchtet, wie z.B. zusammen ein Spiel spielen o.Ä., dann einigt Euch doch mal darauf, abwechselnd das gemeinsam zu tun, was der Partner gerne macht.

Schaut Euch gemeinsam ein Fußballspiel an. Aber richtig! Schaut zu, stellt Fragen, fiebert für die Mannschaft des Partners mit. Lasst Euch tatsächlich einmal einen einzigen Abend ganz bewusst darauf ein, Eurem Partner zu Liebe. Und am nächsten Abend ist Euer Hobby dran.

Eigene Hobbies

So wichtig es ist gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen, so wichtig ist es auch regelmäßig mal Zeit und Luft für sich selbst zu haben. Man ist ja nicht nur Partner/in und Papa/Mama, sondern auch noch man selbst. Und das eigenen Ich will auch gepflegt werden!

Daher einfach mal gegenseitige Auszeiten vereinbaren. In der einen Woche darf der Partner seine Freunde treffen, in der nächste man selber und der Partner hütet die Kinder.

Oder der Partner unternimmt tagsüber allein mit den Kindern einen Ausflug, während man selbst das Haus ein paar Stunde für sich alleine hat.

Ich bin sicher, auf diese Idee sind viele schon selber gekommen. Und trotzdem klappt es in vielen Familien nicht so, wie man es gerne möchte. Daher mein Apell: solche Auszeiten schon langfristig und fest in den Wochenplan legen! Jeder Mittwoch gehört abwechselnd einem der beiden Partner allein, zum Beispiel. So hält man solche Vorsätze besser ein und irgendwann sind diese Tage bereits ein festes Ritual.

Was wären Eure Tipps für Eltern, die ihre Paarbeziehung wieder mehr pflegen wollen? Wo seht Ihr Chancen und Grenzen? Und was ist Euer ganz persönliches Geheimnis für die Liebe?

 

Ich bin sehr gespannt!

Liebe Grüße

Eure Lotti

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6 comments on “Eltern sein – Paar bleiben. 10 Tipps, die wirklich ALLE Eltern umsetzten können!

  1. Liebe Lotti,
    danke für diesen tollen Beitrag! Ich habe deine Tipps sehr gerne gelesen und finde, dass du da wirklich gute Ratschläge zusammengestellt hast. Dein Schreibstil gefällt mir super und deine konkreten Beispiele machen deine Tipps sehr verständlich. Also, großes Lob an dich: Wirklich ganz, ganz toll!
    Deine Tipps finde ich alle Klasse. Wir schwören z.B. auch auf einen medienfreien gemeinsamen Abend die Woche. Immer mal wieder kommen aber auch ein paar deiner Tipps zu kurz und ich hab richtig Lust bekommen, mir etwas mehr Zeit dafür zu nehmen.

    Hab einen gemütlichen Abend!
    Liebe Grüße,
    Isabel

  2. Danke, liebe Isabel!

    Dein Feedback freut mich sehr.

    Ich finde es tatsächlich auch schon schwierig einen medienfreien Abend hinzubekommen, da ja immer irgendetwas zu regeln ist, wie E-Mails beantworten etc. Aber tatsächlich tut so ein Abend auch ungemein gut 🙂

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie auch noch einen gemütlichen Rest-Abend und ein tolles Wochenende!

    Ganz liebe Grüße
    Lotti

  3. Hallo Lotti,
    jetzt wollte ich doch schon das letzte mal, als ich den Artikel gelesen habe einen Kommentar da lassen. Aber irgendwie ist da dann doch was dazwischen gekommen…
    Ich hab mich in dem Artikel auch an vielen Stellen wiedererkannt. Manchmal, weil wir das ähnlich handhaben, manchmal weil ich genau weiß, dass wir das viel öfter umsetzen sollten.
    Was uns in letzter Zeit (gesundheitsbedingt) ziemlich gefehlt hat, ist das gleichzeitige ins Bett gehen. Das macht für uns einen riesen Unterschied. Diese fünf/zehn Minuten vor dem Schlafen wirken wie ein Wunder. Man kann sich nochmal austauschen, beendet den Tag gemeinsam,…
    Als uns das (regelmäßig) gefehlt hat lag ständig etwas in der Luft, aber man konnte nicht so recht sagen was es ist. War einfach nicht schön.

    Danke auf jeden Fall für die Zusammenstellung.
    Liebe Grüße
    Kathrin

    • zickleinLotti on said:

      Liebe Kathrin,

      das kenne ich sehr gut. Man nimmt sich etwas fest vor und schwupps ist der Tag schon wieder vorbei 😀

      Ich finde, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen und sich ein paar Minuten zeit füreinander zu nehmen auch sehr wichtig und manchmal ist das im Alltag so schwer umzusetzen.

      Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen hier teilst. Zu hören, was anderen hilft, was gut und was weniger gut klappt, ist wirklich bereichernd für die eigene Lebensgestaltung!

      Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute für Eure Beziehung!

      Liebe Grüße
      Lotti

  4. Doreen on said:

    Ich kann nur beipflichten. Eine Beziehung, und möge sie schon Jahre andauern, darf nie als selbstverständlich gesehen werden und der Alltagstrot muss regelmäßig durchbrochen werden.
    Danke Dir.
    LG
    Doreen