Der Sarkophag des Grauens! Nichts für schwache Nerven!


Wie wir zum Thema Halloween stehen habe ich Euch ja hier bereits erzählt, als ich Euch unsere Feldermausmuffins vorstellte.

Und das wir gerne Basteln und am liebsten alles selber machen ist für Euch ja auch nichts neues 😀

Das ich aber schon immer eine Basteltante war und mich gerne in kreative Projekte reinhängte, auch bevor ich Mutter wurde, wissen vielleicht die wenigsten.

Als junge Erzieherin fing ich damals in einem Heim für Mädchen zwischen 7 – 21 Jahren an zu arbeiten. Ich, damals 18 Jahre alt, hatte dort oft Wochenend- und Feiertagsdienst, meist über Nacht oder bis in die späten Abendstunden. Daher war ich auch oft für das besondere Festtagsprogramm verantwortlich und habe viele Aktionen mit den Mädels umgesetzt. Ich weiß noch, dass eine Kollegin immer zu den Mädels sagte: „So, Wochenenddienst hat Lotti, also stellt Euch darauf ein, dass hier nicht Rumgelümmelt wird!“ Neben Kinoabenden, Ausflügen und Spaziergängen gehörte jedes Jahr am 31.10. natürlich auch ein Halloweenprogramm dazu. Nur, wie soll man für die breitgefächerte Altersgruppe ein Programm zusammenstellen, dass die älteren und coolen Mädels ordentlich gruselt, die jüngeren Mädchen aber nicht verschreckt?

Diese Frage beschäftigte mich in den ersten Jahren immer wieder, bis ich irgendwann einen Einfall hatte, der tatsächlich in jeder Altersgruppe zog. Der Sarkophag des Grauens!

Sarkophag

Der Sarkophag des Grauens wurde das Highlight einer Halloweenparty, von dem die Mädels auch noch Wochen danach gesprochen haben.

Dabei handelt es sich eigentlich nur um einen Schuhkarton, der mit verschiedenen Gegenständen gefüllt ist und in den man reingreifen kann, ohne zu sehen, was sich genau darin befindet. Für viele jüngere Kinder reicht allein das aus, um sich zu gruseln und kostet bereits einiges an Überwindung. Die älteren sind da meist schon abgehärteter und die ganz coolen werden mit unter sogar ein bisschen hämisch, wenn sie den Sarkophag sehen und hineingreifen sollen.

Für diese Mädels hatte ich mir etwas besonderes überlegt. Und zwar habe ich in den Karton nicht nur ein Eingriffsloch geschnitten, sondern, verborgen auf der anderen Seite, noch ein zweites, in das ich meine Hand hineinsteckte, ohne, dass es von den Mädels bemerkt wurde.

Als die Mädels nun ganz cool und lässig in den Karton griffen, um nach einer Süßigkeit darin zu fischen, habe ich meine Hand zunächst ganz ruhig gehalten. Der erste Schock für die meisten kam bereits, als sie meine Hand ertasteten, nicht genau wussten, was das ist, es sich aber merkwürdig echt anfühlte. In dem Moment zogen die ersten ihre Hand dann schon wieder angeekelt raus und trauten sich nicht noch einmal reinzugreifen, ehe ich nicht meine Hand herausnahm. Die Mädels, die das nicht abschreckte und die sich noch darüber lustig machten, was das für ein Kinderkram sei, die habe ich ganz plötzlich und unvermittelt mit meiner Hand im Karton gepackt! Das Gekreische und Geschrei könnt Ihr Euch sicher vorstellen 😀 Hach, war das herrlich! Und plötzlich kam der Karton überall gut an 😉

Und wie Ihr nun auch einen solchen Sarkophag schnell und einfach zaubern könnt, verrate ich Euch jetzt. Übrigens eignet sich der Sarkophag auch toll, um die Süßigkeiten für die klingelnden Kinder darin zu verstecken.

Und das braucht Ihr dafür:

Für den Korpus:

  1. 1 Schuhkarton
  2. alte Zeitungen
  3. Leim
  4. Pinsel
  5. Kreppklebeband
  6. Farben nach Wahl zum Bemalen

Sarkophag diy

Für die Füllung:

  1. Schere
  2. Stoff in schwarz, ggf. auch in rot zum Auslegen im Karton
  3. KLebestreifen
  4. z.B. Spielzeugspinnen, Kakerlaken, Würmer, Schlangen aus Gummi (möglichst „glibberig“), Watte, Pfeifenreiniger, Wolle, Bindfäden, Luftballons – Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Halloween diy

Und so bastelt Ihr Euren Sarkophag:

  1. Nehmt Euch etwas Zeitungspapier und formt daraus grob das Nemes-Kopftuch auf dem Kartondeckel. Klebt es mit ein paar Streifen Kreppband fest.

halloween sarkophag diy

2. Genauso verfahrt Ihr auch mit Krummstab, Geißel und dem Bart

halloween sarkophag

(Die Nase habe ich später übrigens aus einem Stück Eierkarton geformt. Im Nachhinein würde ich mich aber gegen eine solche „Stupsnase“ entscheiden und sie lieber am Schluss aufmalen, dann wirkt es einfach echter)

3. Ist alles fertig dann könnt Ihr bereits alles mit Pappmachee eindecken, damit es schön fest wird und sich gut bemalen lässt. Das lässt sich auch schon mit kleinen Kindern gut zusammen machen! Hierfür rührt Ihr einfach den Kleister gemäß Packungsbeilage an und reißt Euer restliches Zeitungspapier in kleine Schnipsel.

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Taucht nun die Schnipsel in den Kleister und klebt sie nach und nach glatt über den gesamten Kartondeckel, bis alles mit Zeitungspapier bedeckt ist. Hierfür könnt Ihr auch die Pinsel zu Hilfe nehmen.

sarkophag halloween diy

Nun muss das ganze gut trocknen, am besten über Nacht. Um den Prozess ein bisschen zu beschleunigen könnt Ihr mit dem Pinsel auch eventuelle Kleisterüberschüsse abnehmen.

4. Ist alles gut getrocknet geht es schon ans Verzieren des Kartondeckels. Ich habe mich hier für einen „goldenen“ Sarkophag entschieden. Dafür nahm ich einfache gelbe Farbe. Für die Akzente am Kopftuch, Bart und Geißel nahm ich blau und orange, für die Augen und Brauen schwarz und weiß.

sarkophag halloween diy

Auch hier sind Eurer Phantasie und Euren persönlichen Vorlieben natürlich keine Grenzen gesetzt. Euren Kindern fällt bestimmt einiges dazu ein 😉

5. Der Deckel des Sarkophags ist fertig. Nun geht es an das Unterteil. Schneidet an einer Längsseite des Kartons ein Faustgroßes Loch hinein. Wer den Trick mit der lebendigen Hand umsetzten möchte, muss auf der anderen Seite natürlich ebenfalls noch ein Loch hineinschneiden. Dann bemalt Ihr das Unterteil in der Farbe Eurer Wahl.

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7. Damit man durch das Loch später nicht einfach in das Innere des Kartons gucken könnt, solltet Ihr von innen vor die Löcher ein ausreichend großes Stück schwarzen Stoff oder Krepppapier kleben.

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8. Jetzt geht es an den gruseligen Teil! Befüllt Euren Karton mit Euren „Gruselmaterialien“. Als Grundlage eignet sich hier übrigens ein Stück Stoff, mit dem der Karton ausgelegt wird.

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9. Für einen besonderen Gruseleffekt habe ich an die Innenseite des Kartondeckels noch einige Stücke Pfeifenreiniger geklebt, die so von der Decke aus herunterhängen und die Kinder beim Reingreifen von oben wie Spinnenweben kitzeln. Alternativ könnt Ihr hierfür auch Schnüre, Wollfäden o.ä. nehmen.

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Und schon seid Ihr fertig und das schaurig-schöne Gruseln kann beginnen!

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halloween diy sarkophag

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Die Mumienhand auf den Bildern habe ich übrigens aus einem ausgestopften Handschuh gemacht. Auch eine super Dekoidee fürs Buffet, wie ich finde.

Übrigens könnt Ihr den Sarkophag auch über Halloween hinaus noch gut nutzen. Zum Beispiel als Fühlmemoriekasten, mit ein paar identischen Gegenständen, die Ihr darin versteckt. Wer sich darunter jetzt nicht so viel vorstellen kann, der kann sich hier einmal durchlesen, wie so ein Fühlmemorie funktioniert.

Nun wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim Nachbasteln und fröhliches Gruseln 🙂

Eine Sache noch schnell am Schluss: Ich freue mich immer wahnsinnig über Eure Kommentare, in denen Ihr mir eine Rückmeldung gebt, wie Euch die Sachen, die ich vorstelle, so gefallen oder was Ihr daran doof findet.

Bitte scheut Euch nicht, mir ein kurzes Feedback zu geben. Das hilft mir auch sehr dabei den Blog für Euch möglichst interessant zu gestalten 😉 Und was mich jedes Mal jubeln und an die Decke springen lässt ist, wenn Ihr mir Bilder von Euren Gewinnen und Basteleien schickt oder sie auf FB etc. teilt!!!!! Das finde ich so, so toll!

Habt´s schön Ihr Lieben

Eure Lotti

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Oder unsere Fledermausmuffins:

 

 

 

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10 comments on “Der Sarkophag des Grauens! Nichts für schwache Nerven!

  1. Voll cool!!! 🙂
    Und ich steh ja total auf diese Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit vielen Fotos! 😉

  2. Silke on said:

    😀 😀 😀 Sehr, sehr geil! Ich bin ja selbst so ein kleiner Schisser – bei mir muss also nicht mal eine Hand im Karton versteckt sein. 🙂
    Mein Großer hat sich neulich auch so eine Schlange ausgesucht und sie mir freudestrahlend hingehalten. Ich packe zu und – kreische erstmal mitten im Laden laut los, weil sie sich so echt anfühlte (dabei wusste ich, dass es Spielzeug war, auch wenn wir im Zoo waren) 😀 Was für ein Vorbild. Der Kleine machte es mir nämlich umgehend nach und hörte gar nicht mehr auf zu kreischen. 😀
    Aber den Karton merke ich mir auf jeden Fall!!! Genial!!!

    • Liebe Silke,

      ich finde, es kostet auch schon echt Überwindung irgendwo reinzugreifen, ohne zu wissen ,was da drin ist – die Hand brauchte es tatsächlich nur in wenigen Ausnahmefällen 😀
      Ich grusel mich ja prinzipiell immer ganz gern, aber komme zB an Horrorfilme überhaupt nicht ran. Der arme Märchenprinz darf sich solche Filme immer nur ansehen, wenn ich zum Mädchenabend bin 😀

  3. Janni on said:

    Hey Lotti,
    super coole Idee. Ich überlege ja schon irre lang, wie man den klingelnden Kindern die Süßigkeiten einfallsreicher geben kann als aus nem kleinen Eimer oder ner Schaale.
    Danke Dir.

    LG
    Janni

    • zickleinLotti on said:

      Lieber Janni,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, ich finde es auch schöner, wenn die Süßigkeiten mit einem kleinen Highlight übergeben werden 😉 Allerdings haben wir hier sehr viele kleine Kinder, da muss ich mal gucken, ob der Sarkophag hier wirklich zum Einsatz bei den Süßigkeiten kommt. Das Zicklein findet ihn auf jeden fall sehr cool 😀

      LG Lotti

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  7. Voll cool! Wer es eher lustig als zu gruselig mag, dem gefallen vielleicht meine Leuchtnasen-Gespenster, gerne mal reinschauen: https://fulltime-mami.blogspot.de/2017/10/das-groe-herbst-abc-g-und-h-leuchtnasen.html?m=1